Geschlecht und Verhalten: Autos begeistern Affenjungs

Junge Rhesusaffen-Männchen haben an Kipplastern mehr Freude als an Plüschbären und Puppen, haben US-Psychologen herausgefunden.

Rhesusaffen-Männchen oder -Weibchen? Das zeigt sich offenbar bei der Wahl des Spielzeugs. Nicht aber, wie hier, bei der Fütterung. Bild: dpa

BERLIN taz Von der Umwelt abgeguckt oder in den Genen angelegt? Warum Jungs allen Erziehungsbemühungen zum Trotz statistisch signifikant lieber mit Spielzeugautos spielen als mit Puppen, darüber ist einiges geschrieben worden - und eifrig gestritten. Befeuert werden könnten die Debatten um scheinbar unausweichliche Geschlechterstereotypen durch die Forschungsergebnisse, die jetzt das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist vorgelegt hat: Auch bei den Rhesusaffen greift demnach der männliche Nachwuchs lieber zum Klein-Kipplaster als zur Plüschpuppe. Das wollen Wissenschaftler des Yerkes Nationalen Primaten Forschungszentrums im US-amerikanischen Atlanta herausgefunden haben.

Die Forscher beobachteten 11 männliche und 23 weibliche Jungaffen beim Spielen. Die Tiere seien "keiner Werbung ausgesetzt" gewesen, sagt der Psychologe Kim Wallen vom Yerkes Forschungszentrum, "keiner Aufmunterung durch ihre Eltern und auch keinem Gruppenzwang". Je ein Spielzeug mit Rädern und eines aus Plüsch wurden in etwa zehn Metern Abstand ins Gehege gelegt. Dann beobachteten die Wissenschaftler, dass sich stets eine Gruppe Affen um ein Spielzeug schaarte, bis sich dann eines der Tiere das Objekt der Begierde griff und damit floh.

Die Männchen, so zeigte sich dem Magazin zufolge, spielten lieber mit den bereit stehenden Spielzeugen mit Rädern - Autos und Bagger - als mit Winnie-Puuh-Plüschbären und Puppen. Dagegen zeigten die Weibchen keine besondere Präferenz: Sie spielten mit beidem gleich lang.

Obwohl die Rhesusaffen-Ergebnisse sich mit denen einer ähnlichen Studie decken, bei der die Spielzeugwahl von Grünen Meerkatzen untersucht worden war, möchte Psychologe Wallen seine Ergebnisse nicht überinterpretiert sehen: Neben der Frage, ob plüschig oder berädert, sagt er, könnten auch andere Eigenschaften der Spielzeuge den Ausschlag gegeben haben, etwa Farbe und Größe.

Dagegen spricht die Psychologin Gerianne Alexander, die die Meerkatzen-Studie leitete, von "zwingenden Ergebnissen", berücksichtige man beide Untersuchungen: Sie hält es für "wahrscheinlich, dass es eine biologische Tendenz gibt, die von der Gesellschaft verstärkt wird".

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