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Kommentar Gängeviertel Hamburg wird intelligent

Kommentar von

Daniel Wiese

Kommt es so, wie es sich derzeit andeutet, könnte das Gängeviertel ein Paradebeispiel für eine neue Hamburger Standortpolitik werden.

K ommt es so, wie es sich derzeit andeutet, könnte das Gängeviertel ein Paradebeispiel für eine neue Hamburger Standortpolitik werden. Nicht der Deal, der am meisten Geld bringt, würde favorisiert, wenn die Künstler das Gängeviertel übernehmen. Sondern der Deal, der die besten Synergieeffekte verheißt.

Bisher galt in Hamburg das so genannte "Höchstgebotsverfahren": Geschäft ist Geschäft. Sollte die Abkehr von diesem Verfahren nicht nur proklamiert worden sein, sondern tatsächlich vollzogen werden, bedeutet das für Hamburg einen Quantensprung - weg vom kaufmännischen Denken, hin zu einer systemischen Betrachtungsweise der "Marke Hamburg".

Was vordergründig ein Verlust ist - der Unternehmer Frank Otto würde vermutlich als Investor mehr bezahlen, als es die Künstler je könnten - macht sich als Investition bezahlt. Durch seine Besetzung hat das Gängeviertel mediale Aufmerksamkeit erregt. Seine Etablierung könnte das Image der Stadt erweitern - sie wäre nun auch die Heimat einer wilden, unberechenbaren Kunstszene.

Das brächte nicht nur noch mehr Touristen in die Stadt. "Offene Räume", das hat kürzlich eine Studie im Auftrag des Senats herausgefunden, sind wichtig für die Ansiedlung von "kreativen Milieus". Und die sind im globalen Standortwettbewerb entscheidend.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Daniel Wiese Hamburg-Redakteur

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1 Kommentar

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  • E
    elbraun

    Oh Gott,

     

    ich glaube es zwar nicht, aber ich hoffe Herr Wiese hat diesen Kommentar mit Ironie geschrieben, die ich nicht finde.

     

    Wenn nicht, ist es traurig, denn dann hat er wahrscheinlich das Manifest Not In OUr Name MArke Hamburg ebensowenig gelesen, wie die gesamte Diskussion in der Stadt verstanden. Wow - kein Höchstpreisverfahern mehr, dafür wissn die Hamburger nun endlich wie man tolles marketing macht. Dass genau diese Entwicklung, also das Marke durch Künstler pimpen, nicht gewünscht ist, ist noch nihct zu herrn wiese durchgedrungen.

     

    Wieso darf so jemand über so ein thema schreiben? ich vermute eine sehr starke Nähe zur GAL bei Herrn Wiese, denn die creative class-Soße schmeckt denen am besten.