Kommentar Vorschule: Mit fünf in die Vorschule

Konzeptionell sind Vorschulen nicht auf Klassenwiederholung eingestellt. Statt Kinder zu früh einzuschulen, sollte man sie in der Kita lassen.

Kita oder Vorschule: Über die Frage, welches Angebot besser auf die Schule vorbereitet, gibt es in Hamburg leidenschaftlichen Streit. Eine wissenschaftliche Antwort darauf gibt es nicht.

Niemand wird Eltern vorhalten, wenn sie die Vorschule wählen. Kommt im Einzelfall ein Kind sogar schon mit vier Jahren dorthin, und Eltern und Lehrer halten es ein Jahr später dann doch noch für zu jung für die richtige Schule, dann muss das Wiederholen der Vorschule möglich sein. Dennoch: Für das Kind ist diese Erfahrung ein erster Misserfolg. Besser, es hätte den fünften Geburtstag noch in der Kita gefeiert.

Auch ist es für Kinder ein Genuss, mal zu den Ältesten zu gehören - auf dem Schulhof aber sind sie plötzlich die Kleinsten. Und es ist ein Unterschied, ob sich derart junge Kinder in einer Kita bilden, die noch nicht bewertet - oder eben in der Institution Schule.

Konzeptionell eingestellt sind Vorschulen auf die Wiederholung nicht. Deshalb darf sie sich nicht zur Korrekturlösung für den zu frühen Vorschuleintritt einschleifen - nach dem Motto: Wenn ein Kind zwei Jahre bleibt, macht das auch nichts.

Um den Vorwurf zu entkräften, es würde regelhaft so gehandelt, muss die Schulbehörde hier die relevanten Daten erheben, rückwirkend und für die Zukunft.

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Jahrgang 1964, seit 1992 Redakteurin der taz am Standort Hamburg für Bildung und Soziales. Schwerpunkte Schulpolitik, Jugendhilfe, Familienpolitik und Alltagsthemen.

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