: Pinzner–Anwältin will aussagen
Hamburg (rtr) - Die frühere Anwältin des als „Killer von St. Pauli“ bekannten Werner Pinzner, Isolde Öchsle–Misfeld, will jetzt doch noch aussagen. Das teilte sie am Montag vor dem Hamburger Landgericht mit. Die Anwältin ist angeklagt, Ende Juli 1986 zusammen mit Pinzner bei einer Vernehmung im Sicherheitstrakt des Polizeipräsidiums den Staatsanwalt Wolfgang Bistry und Jutta Pinzner erschossen zu haben. Pinzner hatte nach den tödlichen Schüssen die Waffe auf sich selbst gerichtet und Selbstmord begangen. An den ersten acht Verhandlungstagen des Verfahrens hatte Frau Öchsle–Misfeld jede Aussage verweigert. Die Verteidiger begründeten den Meinungsumschwung mit der Erklärung, die Angeklagte könne die Hoffnung haben, daß das Gericht „für ein gerechtes Urteil offen ist.“ Die Aussage–Bereitschaft bedeute keineswegs, daß die Anwältin der von der Staatsanwaltschaft vertretenen Mordtheorie zustimme. Am Montag äußerte sich die Angeklagte zwar noch nicht zur Sache, sagte aber zu ihrer Kindheit und Jugend aus.
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