: Überlegtere Wortwahl
■ betr.: "im Block Mützen ab!" von Gabriele Goettle, taz vom 1.12.90
betr.: „Im Block Mützen ab!“ von Gabriele Goettle, taz vom 1.12.90
Mit Interesse und mit der Betroffenheit, die bei diesem Thema der dunkelsten Zeit der Deutschen nicht ausbleibt, las ich den Bericht von Gabriele Goettle über Auschwitz. Doch die Verbrecher Höß und Himmler in einem Atemzug und in einem scheinbaren Zusammenhang mit der Begrifflichkeit grün-alternativ zu nennen (siehe Klammersatz im Teil Birkenau/Brzezince: „...eine Art Vorläufer grün-alternativer Zurück- zum-Land-und-zur-Gesundheit-Bewegung), ist ein starkes Stück.
Als Mitglied der Grünen und als jemand, der sich schon lange mit den Deutschen und seinen KZs beschäftigt, wr ich betroffen und habe mich sehr geärgert. Ich will der — ich vermute mal fortschrittlichen Autorin— hier nicht bewußten Zynismus bei diesem Seitenhieb unterstellen, doch erwarte ich, gerade in Zeiten, in denen vieles, was nicht ins Weltbild paßt, ob von links, mitte oder rechts, sehr schnell mit „öko“, grün oder alternativ tituliert wird, auch von der taz und ihren AutorInnen bei Vergleichen und Hinweisen eine überlegtere Wortwahl. Hermann Sommer, Wendlingen
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