piwik no script img

Up and away

kennst du das Land, wo die Philobaten blühen? Auswanderer waren nicht die Ärmsten, nicht die Krise trieb sie weg, sondern das Neue, ein lustvoller Befreiungsschlag also. So war dies zumindest historisch im Falle Amerikas. Gerd Raeithel, Amerikanist, versucht in einer psychohistorischen Studie über die Amerikaner nachzuzeichnen, wie durch eine Einwanderermentalität, die sich gleichsam gen Westen oder in den Himmel motorisch- notorisch-transzendental verdichtete, eine Gesellschaft ohne Objektbindung (Philobatia, s.o.) entstand: ein Land, dessen Sprache vor Steigerung, Aufbruch und „Fortschritt“ strotzt. Eine Gesellschaft auch, deren geographische Ausdehnung aber auch soziale Zurückgebliebenheit (Toynbee) und fehlende Verantwortung zur Folge hat.

Wieder einmal ist das Land am Kreuzweg, seiner permanenten Metapher, angelangt. Philobaten übrigens gehen gerne auf Zehenspitzen ins beyond ...

Gert Raeithel: „Go West – Ein psychohistorischer Versuch über die Amerikaner“. Europäische Verlagsanstalt, 137 Seiten, 28 DM

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen