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Verbot und Widerstand

Die deutsche Cannabis-Kultur ist bedroht: Mit der 10. Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, die im Februar in Kraft getreten ist, wird der Besitz von zählbaren Mengen Hanfsamen, die zum Anbau von Marihuana bestimmt sind, strafbar. Großhändler, Growshops und Hanfmagazine, die auf deren Anzeigen angewiesen sind, stehen vor dem Aus. Die Selbstversorger unter den Rauch-Hanf-Konsumenten werden kriminalisiert. Doch gegen das Hanfsamenverbot formiert sich Widerstand: Die „Drogenpolitische Guerilla“ verschickte je eine Tüte Hanf im Wert von 20 Mark an sämtliche Bundestagsabgeordnete. Diese wurden prompt wegen unerlaubten Besitzes von Cannabis-Samen angezeigt. Redakteure der Zeitschrift Hanf! und der redAKTION grow sowie ein Mitglied der Bündnisgrünen sind unter anderem durch die taz-Berichterstattung auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Sie begründen ihre Anzeige damit, „daß die Abgeordneten einen lebendigen Eindruck von den Konsequenzen der Gesetze erhalten sollen, die sie selbst erlassen“. Mitglieder der „Drogenpolitischen Guerilla“ zeigten sich über die Aktion erfreut. „Wir haben damit natürlich nichts zu tun.“ Derzeit verteilt die Organisation eine Tonne Hanfsamen in der Bundesrepublik. lk

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