: Den Opfern mehr Aufmerksamkeit
■ Neuerscheinung zu NS-Opfern soll Berliner Schulen zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus anregen
Pünktlich zum Holocaust-Gedenktag ist eine neue Publikation erschienen, die vor allem Schüler und Schülerinnen über die Verbrechen der Nationalsozialisten und ihre Opfer aufklären möchte. Die Neuerscheinung mit dem Titel „...die vielen Morde... – Dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus“, die Schulen in Berlin dazu anregen soll, sich noch intensiver mit diesem Kapitel deutscher Geschichte auseinanderzusetzen, wurde gestern vom Verlag Hentrich & Hentrich öffentlich präsentiert.
Die Idee für das Buch entstand, so erklärten die Herausgeber, vor drei Jahren mit der Proklamierung des 27. Januar zum Gedenktag für die NS-Opfer durch Bundespräsident Roman Herzog. Es wurde im Auftrag der Senatsschulverwaltung vom Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung (BIL) erarbeitet.
Das Besondere an der Publikation sei, erklärte die Schulbehörde, daß sie nicht allein Zahlen und Daten präsentiere. Im Gegenteil: In einem einleitenden theoretischen Teil werde zunächst die Geschichte des rassistischen Denkens im allgemeinen darstellt, um sich dann im einzelnen den verschiedenen Opfergruppen zuzuwenden. Neben der größten Gruppe der Verfolgten und Ermordeten, den Juden, werden werden auch jene Opfer in dem neuen Buch ausführlich dargestellt, denen in der Regel weniger Aufmerksamkeit zuteil wird. Dazu gehören Sinti und Roma, Kranke, Homosexuelle, als „asozial“ Denunzierte oder Deserteure der Wehrmacht.
Enthalten sind zu jeder Gruppe Beiträge renommierter Wissenschaftler oder Autoren, konkrete Beispiele einzelner Verfolgter aus Berlin-Brandenburg sowie Hinweise auf weiterführende Literatur, audio-visuelle Medien oder Ausstellungen. Auch über die verschiedenen Bildungs- und Gedenkstätten in der Region wird informiert. Das 208seitige Buch mit 50 Abbildungen kostet 24,80 Mark. taz
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