: Energie-Fusion kommt
Zustimmung der Veba-Aktionäre zur Verschmelzung mit Viag gilt als sicher
Berlin (taz) – Auf der gestrigen Veba-Hauptversammlung wurde die Fusion mit der Viag AG weiter vorangetrieben. An der Zustimmung der Aktionäre zur größten Fusion zweier deutscher Konzerne wurde nicht gezweifelt. Mit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes sinken die Gewinne der großen Versorger – ein Effekt, der durch die Fusion zu größeren Einheiten nun ausgeglichen werden soll. Außerdem bereiten sich die Konzerne darauf vor, auf dem bald offenen europäischen Strommarkt Fuß fassen zu können. Am kommenden Montag entscheidet die Viag-Hauptversammlung.
Schwerwiegende Bedenken gegen die Fusion bestehen hingegen bei der Brüsseler Wettbewerbskommission. Dort befürchtet man, dass der Wettbewerb auf dem deutschen Strom- und Chemiemarkt eingeschränkt werden könnte. Auflagen gegen den neuen Verbund werden nicht mehr ausgeschlossen. Dennoch zeigte sich Hartmann davon überzeugt, dass die Fusion genehmigt werde.
Der Veba-Konzern hat seine Gewinne im letzten Jahr kräftig gesteigert. Gegenüber dem Vorjahr sei das Ergebnis vor Steuern um 62 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Dagegen fielen Umsatz und Gewinn des neuen Partners. Der Viag-Konzern wies für 1999 einen Umsatzrückgang von 49,2 auf 38 Milliarden Mark aus. Der Gewinn vor Steuern fiel um 18 Prozent auf 2,6 Milliarden Mark. Der neue Energie- und Chemieriese wird einen Umsatz von 140 Milliarden Mark erwirtschaften.
Ablehnend steht der Dachverband der kritischen Aktionäre dem Verschmelzungsvertrag sowie der geplanten Erhöhung des Grundkapitals gegenüber. Insbesondere sei der Abbau von 2.500 Arbeitsplätzen im Zuge der Fusion nicht hinnehmbar. Zudem wolle man erreichen, dass ein Jahr nach dem Zusammenschluss alle zum Konzern gehörenden Atomkraftwerke stillgelegt werden und erneuerbare Energien gefördert werden.
Christian Krämer
40.000 mal Danke!
40.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Was uns besonders macht? Sie, unsere Leser*innen. Sie wissen: Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Wir suchen auch weiterhin Unterstützung: suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus – schon mit 5 Euro im Monat! Jetzt unterstützen