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Petra Schlagenhauf (45), Anwältin aus Berlin

„Ich war 1999 in Kreuzberg auf der 1.-Mai-Demo. Plötzlich sah ich ein Tohuwabohu, Tränengasschwaden. Wir, eine Gruppe von sechs Leuten, liefen in einen Hauseingang. In meinem Umfeld war es völlig friedlich. Auf einmal kamen Beamte mit Knüppeln angerannt. Ich hob meinen Arm und schrie „Wir tun doch gar nichts!“, da – watsch! – hatte ich schon einen Schlag auf dem Arm. Es war schmerzhaft, entwürdigend. Wenn man was ausgefressen hat, kann man das nachvollziehen, aber so nicht. Mehrere Wochen bin ich mit einem lila Arm rumgelaufen. Ich erstattete Anzeigen, doch wegen der Helme konnte ich keinen erkennen. Das Verfahren wurde eingestellt; ich habe die Polizei auf Schmerzensgeld verklagt – und bekam 400 Mark. Von Entschuldigung war keine Rede. Das würde ja schließlich bedeuten, dass Beamten Fehler machen. Im Jahr drauf habe ich mich für die Demobeobachtung zur Verfügung gestellt. Ich will helfen, so Übergriffe zu verhindern.“ WAHN; FOTO: W. BORRS

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