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Tiefseehäfen – wozu?

Wozu braucht man einen deutschen Tiefseehafen?

Weil die Containerschiffe immer länger, breiter und tiefer werden. Heute (siehe ARGUS-Foto) fasst kaum ein Schiff deutlich über 6.000 TEU (1 TEU: twenty foot equivalent unity = 33,1 Kubikmeter). Laut Planco-Gutachten werden die neuen Superfrachter mit einer Kapazität von 12.000 TEU die maximalen Abmessungen für das Passieren des Suez-Kanals erreichen: 400 Meter Länge, 54 Meter Breite und 15,30 Meter Tiefgang.

Was ist das Problem?

Solche Containerriesen können die bestehenden deutschen Seehäfen nicht mehr anlaufen. Auf der so genannten North Range (Antwerpen – Hamburg) bliebe den Schiffen derzeit nur der Rotterdamer Hafen.

Was braucht ein Tiefseehafen?

Er muss tideunabhängig sein, das heißt durchgängig anzulaufen. Und er muss laut Gutachter Planco eine Wassertiefe von 15,50 Meter bieten, damit die erwarteten Giganten jederzeit be- und entladen werden können. In ostasiatischen Häfen sind 15,50 Meter Standard.

Was sind die Vorteile der Container-Riesen?

Sie sind billiger: 70 US-Dollar pro TEU kann eine Reederei sparen, wenn im Ostasienverkehr ein Schiff mit 12.000 statt mit 6.000 TEU fährt.

Werden genug Riesen gebaut, dass es sich lohnt?

Gute Frage. Hans Böhme vom Kieler Institut für Weltwirtschaft sagt: „Das ist natürlich ein hohes Risiko. Für die Größe gibt es keine alternative Einsatzmöglichkeit zu den Ost-West-Routen.“ Auslastungssorgen muss man sich an der Nordseeküste aber laut Böhme nicht machen, weil der Seehandel weiter rasant wächst. Gerade deshalb sei neben Rotterdam ein zweiter Tiefwasserhafen wichtig: „Man wird gut daran tun, so dicht wie möglich an die Zielorte zu gehen.“

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