: Auch Schröder meckert über Kohl
BERLIN dpa/ap ■ Exkanzler Helmut Kohl gerät wegen seines angeblichen Göring-Vergleichs mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse immer mehr in die Kritik. Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte Kohl gestern erneut auf, sich bei Thierse zu entschuldigen. Er erwarte auch eine klare Stellungnahme von seinem Herausforderer Edmund Stoiber. Die Äußerung Kohls, Thierse sei der „schlimmste Präsident seit Hermann Göring“, sei ein „Dokument von Geschichts- und Verantwortungslosigkeit“, so Schröder. Göring stehe für die Geheime Staatspolizei, Konzentrationslager und das gewaltsame Ende der Weimarer Republik. Thierse gehöre zu den Menschen, die „die Mauer eindrückten“. CDU-Chefin Angela Merkel betonte, mit Kohls Erklärung, er wolle kein Mitglied einer demokratischen Partei mit einem Mitglied einer totalitären Partei vergleichen, sei das Kapitel beendet.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen