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Teisers hauchdünne Chance

Bremerhavens CDU-Vorsitzender Michael Teiser hofft auf ein zweites Bremer CDU-Mandat im Bundestag, um dort wieder im Innenausschuss Politik machen zu können

„Bremen hatte in den meisten Jahren zwei CDU-Mandate im Bundestag“, sagt Michael Teiser. Der 51-jährige CDU-Politiker aus Bremerhaven hat aufgrund der Verkleinerung des Bundestages nur eine hauchdünne Chance, wieder in den Bundestag einzuziehen. Das hängt vor allem von den Stimmverhältnissen zwischen den Landeslisten ab und wird am Wahlabend kaum vor Mitternacht klar sein.

Wie früher würde Teiser gern wieder Innenpolitik machen. Bundesweit hatte er Schlagzeilen gemacht mit der Forderung, dass das Strafmündigkeitsalter von 14 auf 12 Jahre herabgesetzt wird. „29 Anfragen“ von den Medien habe er nach einer Pressemitteilung gehabt, sagt er ein wenig stolz auf den Erfolg. In der Sache steht er dazu: Wenn 13-Jährige als Serientäter alten Damen die Handtaschen rauben, könne man das nicht als kindliche Unschuld außer Strafe stellen.

Genauso hart würde Teiser, wenn er denn könnte, gegen Vergewaltiger vorgehen: Fünf Jahre Mindeststrafe ist sein Plädoyer – weil die Richter nach seiner Beobachtung manchmal mehr Verständnis für die Täter haben als für die Opfer und nur Bewährungsstrafen verhängen.

„Ich bin nur so lange liberal, wie die Freiheit des Einen nicht zu Lasten der Rechte des Anderen geht“, ist Teisers Philosophie. Beim Lebenspartnerschaftsgesetz sei er auf der Seite der Liberalen – eine Klage dagegen hätte er nicht eingerecht.

Auch die Ausländerpolitik betrachtet Teiser aus der Abwägung der Interessen: Solange vier Millionen Deutsche ohne Arbeit seien, dürfe der Staat nichts tun, was die Anzahl der Zuwanderer erhöhen könnte. Dass die Unternehmer ausländische Arbeitskräfte haben wollen, sei deren Eigeninteresse – Politiker dürften aber nicht zulassen, dass in Frankfurt tschechische Krankenschwestern angeworben würden, solange es in Berlin arbeitslose deutsche Krankenschwestern gebe. K.W.

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