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Betr.: Castortransport, taz hamburg, div. Berichte
Fußspitzen
Wie ich hörte, sind Polizei und BGS beim diesjährigen Castortransport mit großem „Fingerspitzengefühl“ vorgegangen. Das kann ich bestätigen. In Hitzacker haben sie sich nicht langwierig mit Rechtsbelehrungen und mit dem Wegtragen von Demonstranten abgegeben. Mit trainierten Fingerspitzen haben sie in Augen und Nasen gestochen. Sie haben demonstriert, welche Würgegriffe sie beherrschen und wie sie Arme und Finger verdrehen können (...)
Auch über das „Fußspitzengefühl“ der Einsatzkräfte könnte man lange erzählen. Nicht nur Körper wurden in den Dreck getreten. Auch Gefühle. Was mögen z. B. die Lehrer der Freien Schule Hitzacker empfunden haben, als ihre Schule (von der offensichtlich keinerlei Gefahr ausging) von Polizei und BGS „beschlagnahmt“ wurde? Was fühlen Schüler, wenn sie erfahren, dass ihr Schulgarten von einem Wasserwerfer zerfahren wurde? Was geht in Kindern vor, wenn sie erleben, dass ihre Väter und Mütter, die sie lieben, nachts nicht nach Hause kommen, weil diese von der Polizei gedemütigt und widerrechtlich eingesperrt wurden?
Es gibt noch ein Gefühl, von dem weder Herr Reime noch Herr Bartling gesprochen haben. Schon lange warte ich darauf. Ich meine das – Schamgefühl.
Jens Magerl
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