piwik no script img

zahlen und fakten

Landflucht und Emigration

51 Prozent der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben. Am schlimmsten sieht es auf dem Lande aus. Hier sind zwei Drittel Analphabeten, bei den Frauen sogar 90 Prozent. Über die Hälfte der Landbevölkerung ist mangels Infrastruktur von der Außenwelt abgeschnitten, 70 Prozent haben kein Trinkwasser, 85 Prozent sind nicht ans Stromnetz angeschlossen.

Immer mehr Marokkaner suchen in den großen Städten des Landes ihr Glück. Im 6 Millionen Einwohner zählenden Casablanca leben 60 bis 70 Prozent der aktiven Bevölkerung in Baracken, meist ohne Anschluss an das Strom- und Wassernetz. Die Landflucht hat sich in den letzten Jahren durch anhaltende Trockenheit und magere Ernten noch verstärkt.

Nach einer Umfrage aus dem Jahre 1999 würden 75 Prozent der Bevölkerung das Land verlassen, wenn sich ihnen die Möglichkeit böte. Der Abwanderungsstrom über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien und damit in die EU reißt nicht ab. Täglich kommen Dutzende von illegalen Einwanderern an. Viele lassen ihr Leben in der gefährlichen Meerenge, wo Atlantik und Mittelmeer zusammenfließen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen