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wortwechsel„Klimaschutz? Das ist eine unterlassene Hilfeleistung!“

Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung macht Deutschland so hilflos wie den armen Buckelwal in der Ostsee. Willkommen auf der schwarz-roten Regierungssandbank!

Eine Drohnenaufnahme des geschwächten Buckelwals vom 30. März 26 in der Wismarer Bucht Foto: Daniel Müller/greenpeace/dpa

„Rheinmetall-Chef: Hausfrauen an die Lötkolben!“, taz vom 30. 3. 26

Gebackene Drohnen!

Danke, taz! Gebackene Drohnen aus der Küche reichen auch zum Töten! Das alles läuft doch darauf hinaus, dass in irgendwelchen Bunkern (jawoll, auch mit Küche!) die Software-Hardware-Spiele-Junkies sitzen und ihre Tötungsraten steigern, um obere Tabellenplätze zu ergattern. Also Morden für Orden und der Erste ist dann Drohnenkönig.

Kann die ganze infantile Drohnensoldateska das Tötungsspiel nicht auf einer geeichten Softwareplattform ausführen, also im imaginären Raum? Die Welt hätte die Chance, zuzuschauen, anzufeuern und es käme sicherlich noch etwas auf die Tötungsgeschicklichkeit an … Eines ist wohl klar: Wenn weiterhin Soldaten an den Joysticks sitzen, dann wird es sicherlich einen findigen Programmierer geben, der ganze Personendatenbanken mit den Drohnen (KI gesteuert!) abarbeitet, heute und in Zukunft. Quasi ein „Drohnenschläfer“. Das funktioniert dann prima in ärmeren Wohngegenden, wo gezeltet wird und das Handy Zeichen gibt. Ach, taz. Was kommt denn da noch alles? Thomas Stapelfeldt

Obacht! Satire! An die Stelle des „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“ könnte das „EvSG“ treten, das „Einkaufsverhalten-Sorgfaltspflichtengesetz“. Dadurch würde der Verbraucher verpflichtet, sich immer vor Kauf eines extrem zu billigen Produkts (T-Shirt für 3,99 oder „Konzertgitarre“ für 39,90) klar zu machen, dass das nur geht, weil Menschen irgendwo auf der Welt für Hungerlöhne unter schlechten Bedingungen arbeiten. Unser Wohlstand beruht zum erheblichem Teil nicht auf unserem Fleiß, sondern auf der Armut unserer Mitmenschen. Peter Lehan

Wir werden gebacken!

Wenn Öl und Gas zur Waffe werden“,

taz vom 28. 3. 26

Nur 10 Prozent des Endenergiebedarfs in Deutschland kommen aus Erneuerbaren. Das heißt, die Emissionen an CO2 bleiben hoch. Schon 2032 werden die 450 ppm, die 2 Grad Erderwärmung entsprechen, überschritten. 90 Prozent der Abwärme wird von den Ozeanen aufgenommen. Von dort droht Unheil: Unwetter, Meeresspiegelanstieg, Verlust der Infrastruktur an den Küsten, Verlust von Ackerland. Die Verknappung und die Nutzung von Öl und Gas sind aggressive Akte. Genießen wir das Heute, Morgen wird es turbulent. Klaus Warzecha, Wiesbaden

Klimaschutz? Eine Farce

„Klimaschutzprogramm der Bundesregierung: Der Koalition sind Klimaschutz und ärmere Menschen egal“,

wochentaz vom 28. 3. 26

Versorgungssicherheit wird immer Klimaschutzpolitik schlagen. Sollte die Versorgung mit Gas nicht gesichert werden, wird der Kohleausstieg zur Disposition stehen. Kommentar taz forum

Wir sollten unsere Klimaziele einfach streichen. Die bewirken eh nix. Stattdessen: das Geld in die Abwehr der kommenden Probleme stecken! Höhere Dämme, Wasserverteilung … taz forum

Es wäre gar nicht so schwer, sozial gerechten Klimaschutz zu machen! Beispielsweise: Statt die Eigentümer oder Vermieter mit 70 Prozent zu fördern und die Mieter dann mit der Modernisierungsumlage allein zu lassen, darf es keine Modernisierungsumlage geben – die Mieter zahlen ab Tag Eins nur 80 Prozent der fossilen Heizkosten von davor, solange bis die Wärmepumpe abgezahlt ist. Danach nur noch die realen Heizkosten. Wenn Wärmepumpen auf Dauer wirklich günstiger sind als fossile Heizungen, dann rechnet sich das auf Dauer. Und für Mieter eben von Tag 1 und nicht erst nach 10 oder 20 Jahren. taz forum

International denken!

Wie wäre es, die ganze Umweltpolitik einmal neu zu denken? Auch über Ländergrenzen hinaus. Wenn wir in unserem Land beispielsweise für eine große Summe nur kleine Erfolge erzielen können, jedoch in einem Land, aus dem wir beispielsweise Rohstoffe beziehen, dort in der Produktion mit der selben Summe ein Vielfaches erreichbar wäre – wo ist dann das Geld besser eingesetzt? Wir haben nur diese eine Erde. Und auch nur ein bestimmtes Budget. taz forum

Bei einer Ausschreibung sagte uns jemand: „Ein tolles recyceltes Material, die Schadstoffüberwachung ist lückenlos! Schreiben wir aber nicht mit aus. Dafür gibt’s keine Anordnung, daher kein Interesse“. Was für eine inakzeptable staatliche Denkweise! taz forum

Beamte und staatliche Entscheidungsträger halten sich vor allem an die normalen Vorgehensweisen, Abläufe, Bestimmungen, Erlasse, Regelungen und Gesetze. Und schalten ihren gesunden Menschenverstand ab. Statt auf den zu hören und im Konfliktfall zu sagen: Wenn es vernünftig ist, das zu machen, dann finden wir auch einen Weg! Das wäre der wirklich wichtige Abbau von Bürokratie. Stattdessen verstehen Politiker unter Bürokratieabbau nur das Abschaffen von Gesetzen oder schlimmer noch das „Abschwächen von Gesetzen“, was meistens aber alles nur noch komplizierter macht! taz forum

Was uns diese Regierung als „Realpolitik“ verkauft, ist organisierte unterlassene Hilfeleistung. Während die Klimakrise eskaliert, verstrickt sich die Koalition in mutloser Trippelschritt-Politik und fossilen Rückwärtsrollen. Es ist ein Hohn: Astronomische Subventionen fließen in Industrien von gestern, während verbindliche Klimaziele zu bloßen Empfehlungen degradiert werden. Ökologische Rettung wird gegen soziale Gerechtigkeit ausgespielt, um Privilegien zu schützen. Wer jetzt nicht radikal umsteuert, unterschreibt das Urteil für einen unbewohnbaren Planeten. taz forum

We nn der Kanzler sagt, dass Klimaschutz „okay“ ist, solange das die Wirtschaft „nichts kostet“, solange ist und bleibt alles „Bemühen“ der Regierung bloße Spiegelfechterei. taz forum

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