was tun in hamburg?:
Mi, 15. 1., 19.30 Uhr, Literaturhaus
Poetik
Herrscherlob und Leichenpredigt, von den Evangelien über mittelalterliche Heiligenlegenden bis zu Personenartikeln auf Wikipedia: „Biographische Textformen haben die europäische Literatur von ihren Anfängen an stark geprägt“, das schreibt, gleich zu Beginn ihrer „Poetik der Biographie“ (Matthes & Seitz Berlin 2019, 106 S., 12 Euro), Angela Steidele. Noch etwas früher aber erwähnt sie ihr Unbehagen, als nach einer Lesung ein Zuhörer sagt, er lese „nur Biographien. Ich will sichergehen, dass auch stimmt, was ich da lese.“
Löst die Gattung das ein? Was genau passiert beim Suchen, Ordnen und Interpretieren noch der authentischsten Quellen? Und wie viel Auto- steckt in jeder Biografie? Es gibt für solche Fragen sehr viel weniger Berufene, denn mit der erwähnten Poetik schließt sie immerhin eine biografische Trilogie ab. Darüber – aber auch über ihr weiteres Werk – spricht Steidele nun mit Lothar Müller, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung.
Mo, 13. 1., 20 Uhr, Polittbüro
Proletariat
Ist eine Rückkehr zu den Sicherheiten der Zeit vor dem „Neoliberalismus“ überhaupt denkbar? Sind die Malochenden zu Zeiten Helmut Schmidts ums ganze Leben betrogen worden, oder hatten sie’s ausnahmsweise gut? Was ist das deutsche Proletariat für eine Klasse, die zugleich Opfer bringt und vom Standortchauvinismus profitiert? Und – wie umgehen damit, dass Gewerkschaftsmitglieder häufiger die AfD wählen als der Durchschnitt? Darüber setzen sich auseinander: Linken-Co-Chef Bernd Riexinger, Susanne Uhl, DGB-Regionsgeschäftsführerin in Schleswig-Holstein, und der jedes Reformismus’unverdächtige, ahem, Systemkritiker Thomas Ebermann. Es könnte turbulent werden.
Mi, 15. 1., 19.30 Uhr, HfMT, Mendelssohnsaal
Playlist
„Wozu brauchen wir Konzerthäuser und Livemusik, wenn es alles auf Spotify gibt?“ Ehe Sie nun mit Ihrer Zeitung diskutieren: Kommen Sie doch einfach hinzu, wenn dieser – wir nehmen an: überspitzten – Frage Christoph Lieben-Seutter nachgeht, der Intnedant eines elbnah gelegenen Konzerthauses – das selbstredend eine Playlist online hat. (aldi)
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen