: was macht eigentlich ...Franzi?
Schlagzeilen
Franzi, genauer gesagt: Franz Josef Wagner, schweigt. Nun gut, eigentlich schweigt er nicht, der Bild-Kolumnist schreibt fast täglich öffentliche Briefe an Popstars wie Boris Becker, Rudolf Scharping oder Claudia Schiffer. Nur über Franzi, unsere Franzi Almsick van Berlin, unsere Schwimm-EM-Königin, kein Wort. Dabei hat sie jetzt schon dreimal Freistil-Gold erkrault. Zweimal mit der Staffel und gestern – endlich – sogar ganz alleine: 100 Meter in 54,39 Sekunden.
Immerhin wissen wenigstens Wagners Kollegen bei Bild, warum es bei van Almsick gerade so gut fluppt: „Franzi van Sex – Wilde Liebe macht sie so schnell“, erfuhren wir gestern auf Seite 1. Das schnöde Schmachten an der Seite eines bunt tätowierten Handballers soll unserer Franzi also anBildlich Beine machen. Doch offensichtlich hat man dort falsch recherchiert. „Das Publikum treibt uns nach vorne“, meint nämlich Schwimm-Cheftrainer Ralf Beckmann. Der überrascht auch mit weiteren Doping-Geständnissen: „Der Rückenwind macht uns alle stark.“ Bausenator Peter Strieder sollte dringend die zugige Halle an der Landsberger Allee kontrollieren.
Das Wassersportfachblatt Bild dient aber auch mit unwiderlegbareren Fakten. So heißt es dort, dass unsere Schwimmgöttin nach ihrer Olympiapleite im Jahr 2000 noch „als ‚Franzi van Speck‘ verspottet“ wurde. Das war damals übrigens in Riesenlettern auf Seite 1 der B. Z. zu lesen. Deren Chefschlagzeiler war zu jener Zeit – na? Franzi, genauer gesagt Franz Josef Wagner. Und der ist nun sprachlos. GA FOTO: AP
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen