was für eine woche: „Offensichtlich hat Selenskyj die Rechnung ohne seine Landsleute gemacht“
Barbara Oertel
Eine gewisse Lernfähigkeit nach über viereinhalb Jahren Krieg wird wohl niemand dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj absprechen wollen. Doch eine Qualität hat er ganz bestimmt nicht: ein gutes Händchen für Personalentscheidungen. In dieser Woche knöpfte sich Selenskyj wieder einmal seine Regierung vor. Dabei erwischte es mit Mychajlo Fedorow auch den Verteidigungsminister – derzeit nicht gerade ein unbedeutender Posten im Kabinett. Beobachter*innen zufolge soll der Mann, der erst seit Januar im Amt war, einen guten Job gemacht haben. Und genau da liegt vielleicht Selenskyjs Problem. Wer liefert, sich profiliert und auch noch in der Bevölkerung gut ankommt, wird kaltgestellt.
Barbara Oertel leitet gemeinsam mit Dominic Johnson das Auslandsressort der taz.
Doch offensichtlich hat Selenskyj, nicht zum ersten Mal, die Rechnung ohne seine Landsleute gemacht. Die gehen für Fedorow auf die Straße. Das ist an sich schon bemerkenswert in einem Land, das täglich Ziel russischer Angriffe ist sowie Tote und Verletzte zu beklagen hat.
Da stellt sich die Frage: Wer braucht diese sinnfreien Personalrochaden außer vielleicht Selenskyj? Herr, lass Hirn vom Himmel fallen – möglichst mitten in die Bankowa, den Amtssitz des Präsidenten.
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