was für eine woche: „Meloni ließ sich nicht beschämen, sie gab die Scham zurück – mit Humor“
Simone Schmollack
Die Scham hat wieder einmal die Seite gewechselt. Und wieder einmal geht es um Bilder, die den weiblichen Körper zum Objekt machen. Diesmal traf es aber keine Schauspielerin, von der KI-generierte Deepfakes im Netz kursierten. Auch keine betäubte Frau, deren Ehemann die von ihm organisierten Massenvergewaltigungen an seiner Frau auch noch gefilmt hatte. Diesmal traf es eine hochrangige Politikerin: die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die Absicht dahinter: Bloßstellung: Herabwürdigung, Scham.
Simone Schmollack leitet das taz-Meinungsressort.
Aber Meloni ließ sich nicht beschämen, sie gab die Scham zurück – an jene, die die Deepfakes produziert hatten. Und das mit Humor. Denn sie wiederum ließ Deepfakes von sich selbst in Unterwäsche auf einem Bett produzieren und schrieb dazu: „Dass sich eine Premierministerin in diesem Zustand präsentiert, ist wahrlich beschämend und ihrer institutionellen Rolle unwürdig. Aber sie kennt keine Scham.“
Ja, so kann man es machen. Das nimmt dem beabsichtigten Bedrohungs- und Entwürdigungsszenario jede Heftigkeit. Das ändert dennoch nichts an Melonis politisch antisozialer, rassistischer Linie – Postfaschistin bleibt sie so oder so.
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