was fehlt ...: ... Verantwortung
Partymuffel oder Retter der Schutzlosen? Stimmen werden laut, die fordern, Facebook in die Pflicht zu nehmen, wenn versehentlich verschickte Einladungen Polizeieinsätze auslösen.
„Hey Leute. Werde 30 und lade euch zur Feier im kleinen Kreis bei mir im Garten ein. Bier habe ich besorgt.“ Noch schnell Datum, Uhrzeit und Adresse ergänzen und fertig ist die Facebook-Einladung. Wenn aber am besagten Tag statt Matze, Thorsten und Claudi 4.000 partywütige Fremde vor der Tür stehen ist es mit dem Spaß vorbei. Denn wer bei der Erstellung dieser Einladungen nicht aufpasst, der schickt seinen Aufruf schonmal an Millionen Facebook-User weltweit. Alles schon geschehen.
Wenn die private Feier dann zum Großereignis wird, muss fast immer die Polizei ausrücken. Das kostet natürlich viel Geld. Bisher müssen das die Betroffenen allein bezahlen. Polizeigewerkschafts-Chef Rainer Wendt fordert nun: „Die Politik muss die gesetzliche Grundlage dafür schaffen, dass Facebook sich an den Kosten beteiligt. Die Firma stellt die Plattform zur Verfügung und kann nicht so tun, als ginge sie das alles nichts an.“
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt sich an: „Facebook ist hier in der Pflicht, durch entsprechende Warnhinweise und Schutzvorrichtungen seine Nutzer und auch die Öffentlichkeit besser zu schützen.“ Ob die Forderung durchsetzbar ist, bleibt genauso unklar, wie die Antwort auf die Frage, ob sich das Spirituosengeschäft nach der Party an den Kosten für die Aspirin-Tabletten beteiligt. (taz, lom)
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