was fehlt ...: ... mehr offene Briefe
Als Isokrates im 4. Jahrhundert in einem offenen Brief König Philipp von Makedonien einen Kriegszug gegen die Perser empfahl, ahnte er nicht, eines Tages in einer Begriffswolke mit einer jungen Dame zu schweben, die bekannt dafür ist, nackt auf einer Abrissbirne zu reiten. Gemeint ist natürlich Popsängerin Miley Cyrus.
Verschiedene mehr oder weniger öffentliche Personen schrieben jüngst offene Briefe an oder wegen Cyrus. Es ging um: Das vom Fotograf Terry Richardson gedrehte Musikvideo zum Lied „Wrecking Ball“. Um Cyrus' selbstausbeuterische Bereitschaft, der profitgierigen Musikindustrie zu geben, wonach sie verlangt. Ferner um ihre grammatikalischen Verfehlungen und ihre körperliche Beschaffenheit.
Wegen des großen Medienechos auf die offenen Briefe nun folgende Empfehlungen: Offener Brief des Deutschen Abbruchverbands e.V.; Kontroverse: Abrissbirne. Offener Brief Günter Grass; Kontroverse: Die Literatur kann auch bei „Wrecking Ball“ nicht wegsehen. Offener Brief des Betriebsrats der Bild; Kontroverse: Regionalredaktionen erhalten. Die Abrissbirne muss aufgehalten werden. (dks)
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert