: vorwurf: drogen
Blühender Mohn
Vier Jahre benötigten die ansonsten koranfesten Taliban, bis sie feststellten, dass der Anbau von Opiummohn der „heiligen Religion des Islam“ widerspricht. Kurz vor der letzten Herbstaussaat dekretierte ihr Führer Mullah Muhammad Omar ein landesweites Verbot und drohte schwere Strafen an. Für die Durchsetzung haftbar gemacht wurden die Hakims, die Dorfältesten, die von örtlichen Taliban-Kommandos überwacht werden.
Widerstand, etwa bei den mächtigen Shinwar-Paschtunen am Khyber-Pass, wurde mit einer Mischung aus Drohungen und Versprechungen unterbunden.
Trotzdem gingen die Taliban mit dem Dekret ein großes Risiko ein. Viele ihrer Unterkommandanten sind in die Geschäfte mit dem „Schwarzen“, wie die Paschtunen das Rohopium wegen seiner Farbe nennen, verwickelt. Ihre wirtschaftliche – und damit militärische – Überlebensbasis wird damit in Frage gestellt.
Zudem fehlt es an Anreizen für die Bauern, auf alternative Kulturen umzusteigen. Das wollen die Taliban der UNO überlassen, aber die musste aus Geldmangel gerade Substitutionsprojekte ihres Anti-Drogen-Programms in Afghanistan einstellen.
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