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unterm strichBild entfernt, weil zu woke

Nicht verhaftet wegen sexy, sondern abgehängt wegen woke: Ein Gemälde des Künstlers Kehinde Wiley wurde auf Anweisung des US-Außenministeriums aus der US-Botschaft in der Dominikanischen Republik entfernt. Die Begründung hierfür ist, das Gemälde sei „sehr woke“ und „ästhetisch erschreckend“.

Das Werk mit dem Titel „Young Artists After Siamesas 1960“ zeigt vier dominikanische Models vor blauem Blumenhintergrund und war 2013 unter der Obama-Regierung im Rahmen des Programms „Art in Embassies“ in Auftrag gegeben worden. Nun prüft das Ministerium, ob das Bild auch verkauft werden kann.

Wiley war 2018 international bekannt geworden, als er das offizielle Porträt von Barack Obama malte – als erster Schwarzer und zugleich erster offen queerer Künstler, der je ein US-Präsidentenporträt schuf. Botschafterin Leah Campos feierte die Entfernung mit einem Instagram-Video, unterlegt mit dem Rocksong „We’re Not Gonna Take It“, und erklärte, man wende sich von „globalistischen und woken Ideologien“ ab.

Eine offizielle Stellungnahme des Ministeriums ging nicht direkt auf den Bildinhalt ein, sondern verwies stattdessen auf frühere Aussagen Wileys zu einem anderen Gemälde, das er 2023 selbst als Anspielung auf ein „Kill Whitey“-Motiv beschrieben hatte, sowie auf einen gegen ihn erhobenen, von ihm bestrittene Vorwurf sexueller Übergriffe. Virginia Shore, die das Werk einst als Kuratorin des Programms in Auftrag gegeben hatte, zeigte sich irritiert über die Einordnung als „woke“ und betonte, es handle sich um ein parteiübergreifend etabliertes, bereits unter Bush finanziertes Programm. Einen Präzedenzfall für den Verkauf eines Botschaftskunstwerks gebe es bislang nicht. Kehinde Wiley und sein Galerist äußerten sich bislang nicht zu den aktuellen Entwicklungen. (soze)

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