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Doch kein Verhaltenskodex für die documenta. Im Dezember 2023 hatte die Münchener Beratungsfirma Metrum einen Abschlussbericht über die Organisationsstruktur der documenta und Fridericianum gGmbH vorgelegt und Handlungsempfehlungen gegeben, wie die antisemitischen Verfehlungen und das Missmanagement der letzten Ausgabe der weltbedeutenden Kunstschau in Kassel zukünftig zu vermeiden wären. Seither wurde insbesondere über eine von Metrums Empfehlungen debattiert, für jede künstlerische Leitung einer documenta-Ausgabe einen Verhaltenskodex zu erarbeiten. Die Initiative #Standwithdocumenta, der unter anderem der ehemalige Kasseler Oberbürgermeister Hans Eichel angehört und die mehrere Tausend Un­ter­stüt­ze­r:in­nen zählt, kritisierte solche Kodizes als politische Einflussnahme auf die Kunstfreiheit. Nun beschloss am Dienstag der Aufsichtsrat der documenta und Fridericianum gGmbH, einen solchen Verhaltenskodex für die künstlerische Leitung nicht einzuführen. Stattdessen solle sie bei einer öffentlichen Veranstaltung darlegen, „welches Verständnis sie von der Achtung der Menschenwürde“ besitzt, wie es in einer Pressemitteilung aus Kassel heißt. Auch der von Metrum empfohlenen Verkleinerung des Aufsichtsrats stimmte man bei der Sitzung nicht zu, damit „die Stadt Kassel und das Land Hessen angemessen vertreten bleiben“. Der Bund wird jedoch mit zwei vollwertigen Mitgliedern wieder in den Aufsichtsrat aufgenommen. Der saß während der umstrittenen documenta fifteen nicht im Gremium, gleichwohl Kulturstaatsministerin Claudia Roth 2022 besonders viel Kritik zukam.

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