taz.berlin-Adventskalender 2: Die virtuelle Sandbox
Im taz.berlin-Adventskalender präsentieren wir in diesem Jahr passend zum Winter-Shutdown viele schöne Spiele. Heute: der Tabletop-Simulator.
Bei diesem Spiel ist der Name Programm: Man begibt sich mit maximal zehn Spielern in eine Online-Sandbox, also in eine simulierte Umgebung, in der man alle möglichen Spiele spielen kann: von „Mensch ärgere Dich nicht“ über die „Siedler von Catan“ bis zu Minigolf.
Der Clou: Das Spiel simuliert auch physikalische Interaktion. Mit jedem Würfel, jeder Spielfigur und Karte kann (und muss) man mit der Maus interagieren wie mit den analogen Äquivalenten. Wer also schon immer mal per Mauszeiger über Los ziehen, den Gegner schachmatt setzen oder den dringend benötigten Pasch würfeln wollte, ist beim Tabletop-Simulator genau richtig. Man hat sogar die Möglichkeit, über den Editor eigene Spiele zu erschaffen oder auf die 30.000 größtenteils kostenlosen Kreationen anderer User zurückzugreifen.
Das Spiel, das im Juni 2015 von dem kleinen Entwicklerstudio Berserk Games veröffentlicht wurde, erfreute sich schon zum ersten Shutdown großer Beliebtheit. Wie ein Blick auf die Nutzerzahlen zeigt, haben sich im April über 37.000 Menschen gleichzeitig in der virtuellen Brettspielsimulation ausgetobt.
Der Grund dafür ist klar und heute wieder aktuell: Der Tabletop-Simulator macht den geselligen Spieleabend mit Freunden oder Familie möglich, den die Kontaktbeschränkungen verhindern.
Die Möglichkeit zur Einhaltung der Hygieneauflagen ist aber nicht der einzige Vorteil des Simulators. Vorbei sind die Zeiten, in denen Unmengen an Snacks und Getränken für einen Spieleabend bereitgestellt werden mussten. Jetzt bringt jede/r sein/e Chipstüte selbst mit zum Laptop, und die Wahrscheinlichkeit sinkt enorm, dass beim Gastgeber sieben verschiedene Sorten angebrochenen Knabberzeugs im Schrank verkümmern. Mit der großen Auswahl der Spiele ist zudem für alle etwas dabei, und die teilweise wirklich hohen Kosten für oldschool Brettspiele fallen ebenfalls weg. Außerdem bietet der Tabletop-Simulator die einmalige Gelegenheit, beim Spielen aus Frust den Tisch umzuwerfen, ohne dass danach jemand aufräumen muss.
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