taz lab Talk: Viel weniger CO2: Wie geht privater Klimaschutz 2021?

Ein Gespräch über Emission und Emotion mit Petra Pinzler, Franziska Wessel und Michael Bilharz, moderiert von Martin Unfried.

How to privater Klimaschutz? Foto: Pixabay / ejaugsburg

Klimaschutz ist eine politische Aufgabe, für die es in erster Linie gilt politische Mehrheiten zu gewinnen, um Gesetzgebung, Strukturen und Preise zu verändern. Wer allerdings politisch mehr und schnelleren Klimaschutz fordert, kommt nicht um die Frage herum: Passt der eigene Klimaschutzlebensstil zur politischen Ambition oder sind wir eigentlich nur warmduschende Anfänger*innen? Was gehört im Jahre 2021 eigentlich dazu, um wirklich zur Klimaschutz-Avantgarde zu gehören? Sicher nicht ein bisschen Biogemüse und Öko-Strom.

Wann: Di. 20.04.2021, 19 Uhr

Wo: youtu.be/WuoO7BlMzdI

Kontakt: taztalk@taz.de

Wie hängt das Private mit dem Politischen zusammen? Gibt es eigentlich nach all den Jahren eine seriöse Debatte zur Frage, was professioneller privater Klimaschutz überhaupt ist? Und was er leisten kann? Was es seit Jahren gibt: wenig produktive moralische Schuldzuweisungen an die jeweils Anderen und viel Kulturkampf in Sachen Fleisch, Fliegen, SUV. Ist jenseits der Moraldebatte ein professioneller privater Klimaschutz entstanden?

Die Autorin Petra Pinzler hat sich für ein Buchprojekt die CO2-Emissionen ihrer Familie vorgeknöpft. Ist sie jetzt ein engagierter Profi in Sachen Kilowattstunden oder nervt das Thema irgendwann? In der Zeit schreibt sie engagiert zu den politischen Herausforderungen des Klimaschutzes.

Franziska Wessel (Jahrgang 2024) ist Schülerin und Aktivistin bei Fridays for Future und kümmert sich insbesondere um Pressearbeit und soziale Medien. Sie hat bereits auf vielen Podien gesessen, Interviews gegeben und mit Ministerinnen über Klimapolitik diskutiert. Mit Ihrer Familie hat sie versucht Klimaschutz zu leben und ein Buch geschrieben zu den praktischen Fragen des Klima- Aktivismus (You for Future).

Michael Bilharz arbeitet am Umweltbundesamt und ist unter anderem mit dem CO2-Rechner beschäftigt. Gibt es nach all den Jahren Erfahrungen, ob das Instrument wirkt? Und gibt es mehr und mehr Profis? Privat hat Michael Bilharz mit Mitstreiter*innen die Initiative „3 fürs Klima“ entwickelt; die soll Leuten helfen, die wirklich voran gehen wollen. Was macht wirklich den Unterschied? Welche Rolle spielt die Heizung, das Fliegen und die Autofahrt wirklich, und warum sollte man auch über CO2- Kompensation nachdenken?

Martin Unfried wird das Gespräch moderieren. Er arbeitet an der Universität Maastricht und war lange Jahre mit europäischer Klimapolitik beschäftigt. Martin Unfried fuhr bereits im Jahre 1995 aus Klimaschutzgründen zum ersten Mal mit dem Fernbus nach Madrid, schrieb lange Jahre die taz-Kolumne Ökosex und war auch deshalb noch niemals in New York.

Anregungen und Fragen nehmen wir mit Freuden entgegen über taztalk@taz.de.

Wo lässt sich der Klimaschutz besser vorantreiben? Im Parlament oder auf der Straße? Anfang März 2021 und vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg diskutierten dazu die Geoinformatikerin und Mitglied der neuen Partei Klimaliste Baden-Württemberg, Cordula Markert, der FFF-Aktivist Lukas Gress und der Soziologe und Grünen-Politiker Marcel RothParlament oder Straße? Ein Streitgespräch unter Umweltbewegten: