taz Talk zu Antifaschismus und Subkultur : Projektionen aus dem Westen?
Kunst, Antifaschismus, Autonomie und die Tour der Wohlfahrtsausschüsse. Isabelle Graw, Schorsch Kamerun, Masha Qrella, Ilko-Sascha Kowalczuk und weitere diskutieren und musizieren in der taz Kantine!
Bild: E.C.Meier/ID Verlag (Collage taz)
In den frühen 1990er Jahren schlossen sich Musikbands, Intellektuelle, Künstler und autonome Antifa-Gruppen zusammen, um Räume für alternative, antiautoritäre Lebensweisen zu verteidigen. In Städten wie Hamburg, Köln oder Frankfurt/M. entstanden „zur Abwehr des gegenrevolutionären Übels“ Wohlfahrtsausschüsse, die sich auch über Tagungen und Konzerte organisierten.
Wann: Do., 01.10.2026, 19:00 Uhr
Einlass: 18:30 Uhr
Wo: taz Kantine und im Livestream
Friedrichstr. 21
10969 Berlin
Eintritt frei. Platzreservierung erforderlich.
Die Teilnahme in der Kantine selbst ist nur mit einem im Voraus gebuchten Ticket möglich. Wir bitten Sie daher um eine Anmeldung über unser Ticket-Portal. Die Plätze sind begrenzt, der Eintritt ist kostenlos. Zusätzlich wird die Veranstaltung in die vorderen Räume der taz Kantine übertragen, wofür es keiner Anmeldung bedarf. Der Zugang zur Veranstaltung ist barrierefrei.
In einer gemeinsamen Tour wollten die subkulturell agierenden Szenen aus Ost und West temporär der Offensive der völkischen Rechten in Städten wie Rostock, Dresden und Leipzig entgegentreten. Unter dem Titel „Etwas Besseres als die Nation“ fanden dort in Zentren der hedonistischen Linken Konzerte und Diskussionen statt, sowie symbolische Interventionen im öffentlichen Raum.
Von diesem Ereignis gingen vielfältig Impulse für spätere künstlerische, publizistische und clubkulturelle Kollaborationen aus. Die Tour der Wohlfahrtsausschüsse war jedoch auch geprägt von Kontroversen zwischen Ost- und West-Linken, sowie zwischen undogmatischen und autoritäreren Fraktionen.
In mancher Hinsicht nicht unähnlich heutigen Debatten könnte eine an die Aktualität anknüpfende Diskussion dies offenlegen. Mit Soundbeiträgen, erweitert um historische wie aktivistische Perspektiven wollen wir den Orbit des allzu unmittelbar Realpolitischen verlassen.
Im Gespräch :
🐾 Isabelle Graw ist Kunstkritikerin und Professorin.
🐾 Ilko-Sascha Kowalzcuk ist Historiker und Publizist.
🐾 Masha Qrella ist Sängerin und Songwriterin.
🐾 Schorsch Kamerun ist Theatermacher, Gründer des Golden Pudel in Hamburg und Sänger von „Die Goldenen Zitronen“.
🐾 Andreas Fanizadeh moderiert diesen taz Talk. Er ist Publizist, Kulturpolitischer Chefkorrespondent der taz und hat 1994 den Wohlfahrtsausschuss-Band „Etwas Besseres als die Nation“ herausgegeben.
Empfohlener externer Inhalt
🐾 Ebenfalls geladen sind Vertreter:innen aus dem ://about blank (Berlin) und dem Conne Island (Leipzig).
Die Veranstaltung ist Teil des Ausstellungsprojekts „Projektionen auf den Osten“ in n.b.k. und Schinkel Pavillon, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.
Sie möchten vorab Fragen für diese Veranstaltung einreichen? Oder nach dem Gespräch Zuschauer:innen-Feedback geben? Schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Mail: taztalk@taz.de