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taz🐾sachentaz erinnertan Lyrikerin

Warum Vergessen keine Option ist, hatte die taz im Bezug auf Lisel Mueller, geborene Neumann, Anfang Januar versucht zu erklären: Im Februar 1924 in Hamburg geboren, war sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester 1939 in die USA ausgewandert, zwei Jahre nachdem ihr Vater dort aus politischen Gründen Asyl bekommen hatte. Dort wurde sie zur Autorin – der einzigen in Deutschland sozialisierten Lyrikerin, die den Pulitzer-Preis für Dichtung erhielt. Und den Na­tio­nal Book Award. Und den ­Lilly Prize. Und, und, und. Und trotzdem wurde sie bislang in Deutschland fast völlig ignoriert.

Mittlerweile hat sich das etwas verändert: Angestoßen durch die taz-Berichterstattung hat es in Lübeck eine Lesung mit Werken von ihr gegeben, und das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven widmet ihr, von der taz unterstützt, unter dem schönen Titel „So far, so good“ seit August eine Ausstellung. Im kommenden Februar schließlich bringt das Saarländische Staatsorchester „Three Lisel Mueller Settings“ des Chicagoer Komponisten Max Raimi zur europäischen Erstaufführung. Und am kommenden Samstag wird in Bremen das globale°-Festival für grenzüberschreitende Literatur, dessen Programm sich sonst aus Neuerscheinungen speist, erstmals ein kleines historisches Programmfenster öffnen: für neue Übersetzungen von Helga Grubitzsch, Mueller-Lieder von Tom Cipullo plus ein paar Wissenssplitter aus der taz-Redaktion. Klarer Fall: Irgendwann wird auch ihre Heimatstadt Hamburg ihre zugleich gerühmteste und unbekannteste Dichterin feiern. Benno Schirrmeister

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