taz🐾lage: Volle Kanne auf Kaffee
Kaffee ist toll. Kaffee macht wach. Kaffee gehört zum journalistischen Alltag einfach dazu.
Ohne ihn würden manche Überschriften vermutlich länger brauchen und manche Konferenzen zäher werden. Aber Kaffee ist mehr als Koffein. Er ist auch eine kleine Pause. Ein kurzer Moment, um den Bildschirm zu verlassen, durchzuatmen und den Kopf freizubekommen.
Vor der Kantine steht ein Stromkasten. Eigentlich ist er nicht besonders auffällig: grau, schlicht und beklebt mit Stickern, deren Botschaften längst verblasst sind. Ginge man zum ersten Mal vorbei, würde man ihm wohl keine Beachtung schenken. Doch wer mittags dort vorbeikommt, merkt schnell, dass der Kasten längst eine ganz andere Funktion bekommen hat. Mit der Zeit ist aus ihm so etwas wie ein Espressotresen geworden. Rund um die Mittagszeit stehen dort Kolleg:innen mit Espresso, Flat White oder Cappuccino in der Hand. Manche lehnen sich an den Kasten, andere stellen ihre Tasse darauf ab. Es wird über die neuesten Nachrichten gesprochen, über einen Text, der noch nicht ganz rund ist, oder über eine Überschrift, die einfach nicht funktionieren will. Dazwischen geht es auch mal um das Wochenende, den Urlaub oder darum, wie heiß es schon wieder in der Redaktion ist. Einige rauchen, andere genießen einfach nur ihren Kaffee.
Diese Gespräche dauern oft nur wenige Minuten. Trotzdem gehören sie zum Arbeitstag. Denn Journalismus entsteht nicht nur am Schreibtisch. Er lebt auch vom Austausch – von spontanen Gedanken, kurzen Diskussionen und Ideen, die zwischen zwei Schlucken Kaffee entstehen. (taz)
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen