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taz🐾lageEndlich wieder Ticker lesen!

Mitunter ist es so, da kommt man nach dem Urlaub und selbst verordneter Nachrichtensperre wieder zurück in die Redaktion und denkt sich: Aha, immer noch Krieg in der Ukraine, immer noch regieren rechte Arschlöcher die Welt. Der Iran und die USA reden weiter über nichts, was sie einem Frieden näher brächte. Das Nachrichtengeschäft ist, bei aller tagesaktuellen Volatilität, erstaunlich stabil.

Insofern ist es gar nicht so verwunderlich, dass es am Dienstagmorgen eine Weile dauerte, bis der Nachrichtenchef am Newsdesk stutzig wurde. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) begrüße den historischen U-Boot-Deal der deutschen Firma TKMS mit den Kanadiern, „gemeinsam werden wir die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen“, etc pp, und übrigens auch auf Seite 3 in diesem taz-ePaper. So las es der Kollege morgens, und auch noch einen Haufen anderer Meldungen, die die Agenturen so ausspucken.

Dass Pistorius sich schon am Vorabend freudig erregt über die U-Boote geäußert hatte und seitdem auch nichts Neues mehr über den sogenannten Tickersever an Nachrichten in die Redaktion getröpfelt war, fiel zunächst nicht weiter auf. Dann aber doch. Die alarmierte EDV werkelte und um 10.21 Uhr war der Newsdesk wieder angestöpselt ans Weltgeschehen, das sich unbeeindruckt weitergedreht hatte: „Solche Perlen wie ‚am gestrigen Abend wurde ein 14-Jähriger auf einem E-Scooter ohne Versicherungskennzeichen in der Unteren Hauptstraße in Herxheim fahrend festgestellt‘ laufen jetzt wieder ungehemmt ein“, stellte der EDV-Kollege nüchtern fest. (akl)

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