taz🐾lage: Eine Wanne für Christian Specht
Christian Specht geht baden, und das ist, weil wörtlich gemeint, eine gute Nachricht. Bevor Sie jetzt trotzdem auf falsche Gedanken kommen: Es hat keine olfaktorischen Gründe, auch wenn einer von Christians größten Plänen bleibt, eines Tages „Stinkekäse“ im Konferenzraum der taz zu verstecken. Vor einer Woche starteten Freundinnen und Betreuerinnen von Christian – taz-Urgestein, Zeichner der wöchentlichen Kolumne „Specht der Woche“ und Initiator des Berliner Behindertenparlaments – eine Spendenaktion. Christian muss sein Badezimmer umbauen lassen, weil es ihm nach einer Hüft-OP schwerfällt, in seine Badewanne zu steigen. Doch weder Deutsche Wohnen als Eigentümer noch das zuständige Amt in Neukölln bewegten sich. Christian blieb buchstäblich auf dem Trockenen sitzen. Die 2.000 Euro für den Umbau konnte er nicht aufbringen, geschweige denn die 8.000 Euro für eine komplette Renovierung des engen Badezimmers.
Eine Woche später zeigt sich: Die Bezeichnung „taz-Legende“ im Aufruf war keine Übertreibung. Am Montagnachmittag standen auf der Spendenseite bereits über 9.200 Euro – vor allem aus dem Kreis von Freundinnen und Bekannten. Christian ist überwältigt und bedankt sich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Nun werden sie Angebote für den Umbau einholen. Was übrig bleibt, könnte in weitere Renovierungen fließen oder an eine Behinderteninitiative gehen. Doch ein Problem bleibt: Die Genehmigung von Deutsche Wohnen steht noch aus. Hoffentlich klappt es diesmal – sonst bleibt nur zu wünschen, dass das Unternehmen selbst baden geht! Marvin Kalwa
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