taz🐾lage: Wer repariert uns das Teelicht?
Die Kollegin am Tisch nebenan ist skeptisch: „Da sehen wir ja aus wie der schlimmste Messie-Laden, wenn du das so schreibst.“ Was man so schreiben kann: Bei uns in der taz-Redaktion liegt so allerhand herum, bei dem nicht ganz klar ist: Wieso eigentlich? Meistens sind die Dinge auch noch ein bisschen kaputt.
Das Konterfei des im türkischen Gefängnis verschwundenen ehemaligen Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem İmamoğlu hängt da zum Beispiel an der Magnetwand, gleich neben dem Dienstplan: eine Demomaske, die eine Kollegin von einer Soli-Demo in Berlin im vergangenen Jahr mitgebracht hatte, das Gummiband inzwischen halb abgerissen. Vielleicht sollten wir als Redaktion uns mal wieder mit İmamoğlu beschäftigen.
Es gibt einen kleinen Stoffball, aus dem das Innenleben quillt. Den müsste mal jemand zunähen. Die Plakette auf einem Pokal, den der verlässlich verlierende Panter FC tatsächlich mal gewonnen hat, klebt nicht mehr richtig. Es gibt außerdem ein Raumthermometer, das Fantasiedaten misst. Und ein elektronisches Teelicht, das nur noch flackert. Die kratzige Notfallwolljacke am Garderobenständer bräuchte vermutlich nur mal eine Wollwäsche.
Die skeptische Kollegin meint, das könne so nicht weitergehen. Bestimmt könne man die Dinge alle mal reparieren? Schließlich ist Nachhaltigkeit doch unser Thema?! Vielleicht ein Repair-Café veranstalten in der taz-Kantine? Wer es schafft, bei dem Wegwerfprodukt Teelicht die Batterien zu wechseln, bekommt eine Weihnachtsmannmütze aus Fleece geschenkt. Die Glöckchen funktionieren noch. (akl)
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