taz🐾lage: taz rettet Brot (und hungrige Kolleg*innen)
Ab zwölf Uhr mittags gibt es Essen in der taz-Kantine. Wer einen Sitzplatz will, sollte nicht viel später kommen. Doch die erzwungene frühe Zeit hat ihre Tücken. Denn nach den manchmal eher kleinen Portionen sitzt man nachmittags wieder am Schreibtisch und dann meldet sich der kleine Hunger – zusammen mit dem Stress: Je später der Tag, desto mehr drängt die Arbeit am täglichen E-Paper und der Homepage. Eigentlich kann da auf die Schnelle nur ein Schokoriegel Abhilfe schaffen. Oder Foodsharing.
Über die gleichnamige Onlineplattform kann man sich als „Lebensmittelretter*in“ registrieren. Einige tazzler*innen sind auch unter den Aktiven. Sie retten, was Supermärkte, Restaurants und Bäckereien abends übrig haben: Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder mit kleinen Schönheitsfehlern wie fleckige Bananen oder angerissene Kekspackungen. Manchmal sind es schlicht Produkte, die aus dem Sortiment genommen werden.
Reichlich viel gibt es immer an Backwaren. Das Problem: Organisationen wie Notunterkünfte und Suppenküchen nehmen Brot in solchen Mengen oft nicht an. Hier kommen die hungrigen Kolleg*innen ins Spiel.
Unlängst kam ich mit vier vollen Fahrradpacktaschen von einer Bäckerei, um dann die Brote und Brötchen, Sandwiches und Zimtschnecken in der Teeküche im 3. Stock zu arrangieren. Eine kurze Nachricht im internen Chat genügte, dass sich Minuten später hungrige tazzler*innen wie Heuschrecken auf das Essen stürzten. Eine Stunde später blieb nur ein trockenes Brötchen übrig.
Gaby Coldewey
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