taz🐾lage: Es lebe das Chaos!
Beim Zeitungmachen denken viele an Journalisten, die den ganzen Tag Texte schreiben. Das ist nicht falsch. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Familie und Freunde, die die Chefin vom Dienst der taz am Neujahrstag im Homeoffice bei der Arbeit beobachten, können es kaum glauben. „Du schreibst ja gar nichts, Du telefonierst ja nur!“, entfährt es einem Freund – fast etwas enttäuscht. Genau! Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir mit Planen: in Zoom-Konferenzen, am Telefon, in Chat-Räumen.
So bunt und heterogen die taz politisch ist, so chaotisch – anders kann man es einfach nicht sagen – ist unsere Kommunikation: Die einen Redakteure, von denen niemand eine Telefonnummer kennt, antworten nur auf „riot“ – was nicht ihren Tonfall beschreibt, sondern den Namen unseres internen Chatprogramms. Andere boykottieren das, man erreicht sie nur per E-Mail. Am häufigsten – und herausforderndsten – ist allerdings die Mischung der Kanäle: Da schlägt zum Beispiel der Auslandsredakteur einen Portrait-Text eines Korrespondenten per E-Mail an die Redaktion vor, die Chefin vom Dienst antwortet im Produktionskanal auf Riot, damit es auch die anderen Kollegen – etwa die Themenchefin und der Seite-1-Redakteur – sehen, der Auslandsredakteur müsste das wiederum per E-Mail weitergeben, denn die „Korris“ haben kein Riot. Dumm nur, dass in der Zwischenzeit der Auslandsredakteur schon persönlich beim Seite-1-Redakteur war, um das Portrait anzukündigen. Hilfe! Eine Unternehmensberatung würde vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich hingegen muss immer wieder lachen. Und meine Friends wundern sich: dass wir es so schaffen, täglich eine (so gute) Zeitung herzustellen. (lol)
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