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taz🐾lageRe­por­te­r:in­nen­preis für „Das Dorf der Unbeugsamen“ von Jonas Waack

Ganz Mecklenburg-Vorpommern wählt die AfD … ganz Mecklenburg? Nein! Da gibt es noch Kieve, ein 140-Ein­woh­ne­r*in­nen-Dorf. Die Gemeinde ist eine der wenigen in Ostdeutschland, in denen die SPD bei der Bundestagswahl 2025 stärkste Kraft wurde. Überall drum herum war die AfD am stärksten, im Nachbardorf kam sie auf 46 Prozent. Was ist in Kieve anders? Mit dieser Frage hat sich Jonas Waack, Klimaredakteur der taz, Anfang dieses Jahres auf den Weg gemacht. Für seine Reportage „Das Dorf der Unbeugsamen“ auf den Zukunftsseiten der wochentaz hat er nun den Deutschen Re­por­te­r:in­nen­preis in der Kategorie Newcomer verliehen bekommen.

Jonas Waack, Jahrgang 1999, ist selbst Mecklenburger. „Stadtkind aus Mecklenburg, möchte auch sonst Widersprüche vereinbaren“, schreibt er über sich. Jonas findet heraus: Kieve ist erst mal ein Dorf wie viele andere. Am Wochenende fährt kein Bus, die Gaststätte ist geschlossen. Aber dann gibt es Christine Jantzen, die Bürgermeisterin. Die ein Nahwärmenetz plant und dafür sorgt, dass es Feste gibt und ein Theaterprojekt, bei dem die Dorf­be­woh­ne­r*in­nen ihren Streit um Vorgärten auf die Bühne bringen.

Dass Jonas es schafft, in zwei Tagen so viel zu verstehen, gelingt auch wegen der Demut, die ihn als Reporter auszeichnet. Selbst bei der Preisverleihung lobt er die anderen nominierten Texte statt seinen eigenen. „An Haustüren zu klingeln, ohne zu wissen, wer sich dahinter verbirgt, erfordert Mut“, schreibt die Jury. „Zusätzlich sendet der Text durch die beschriebene politische Widerstandskraft von Kieve ein wichtiges politisches Signal: Es gibt noch Hoffnung da draußen.“ Luise Strothmann

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