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szene Hohe Decken, enge Hosen

Siehst du den Mann da an der Bar?“, fragt Matteo. Wir sitzen in der „Heilen Welt“ in Schöneberg an einem Tisch am Fenster. „Was ist mit ihm?“, frage ich. „Er lebt in einer Altbauwohnung und hat ein Hochbett.“ „Du kennst ihn?“ Matteo schüttelt den Kopf.

„Woher weißt du dann, wie er wohnt?“ „Schau dir mal seine Hose an. Die ist mindestens drei Nummern zu klein.“ Stimmt. Die Hose lässt keine Fragen offen. What you see is what you get. Aber was hat sie mit seiner Wohnsituation zu tun?

„Irgendwie muss er ja in sie reinkommen“, fährt Matteo fort. „Stretchanteile im Stoff hin oder her, da braucht er ein Anziehgestell für.“ Ein Anziehgestell? Ich kenne Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe, aber von Anziehgestellen für Hosen habe ich noch nicht gehört.

„Sein Hochbett ist die Absprungrampe. Die Hose hängt unter ihm im Gestell. Er springt von oben in sie hinein.“ „Nein“, sage ich. „Doch.“ „Auf keinen Fall.“ „Okay“, lenkt Matteo ein. „Vielleicht liege ich mit dem Hochbett falsch und er schläft auf einem Futon. Vielleicht steigt er einfach auf eine Leiter und schlüpft dann rutschenderweise in die Hose hinein.“ Er sagt das, ohne die Miene zu verziehen. Meint er das mit dem Anziehgestell wirklich ernst? Dann zuckt es in seinen Mundwinkeln, und auf seinem Gesicht erscheint ein Grinsen.

„Gib’s zu, du hättest mir fast geglaubt.“ „Gar nichts habe ich geglaubt“, sage ich einen Tick zu schnell. Matteo klackt seinen Gin Tonic gegen meinen, nimmt einen Schluck und lacht. „Du hättest dich gerade sehen sollen.“

Ich tunke mit meinem Strohhalm einen Eiswürfel nach unten, doch er flutscht wieder nach oben. „Ich würde jetzt schon gerne wissen, wie er in die Hose reingekommen ist“, sage ich. „Das lässt sich in Erfahrung bringen“, sagt Matteo. „Du gehst jetzt nicht rüber zu ihm.“ „Natürlich gehe ich rüber zu ihm.“ Er steht auf. „Nach seinem Bett und seiner Deckenhöhe frage ich auch gleich.“ Daniel Klaus

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