südwester: Tinder deine News
Um die Krise der Regionalzeitungen zu überwinden, entwickeln Forschende der Unis Hamburg und Bremen eine Nachrichten-App nach der Tinder-Logik. Wie bei der Dating-App soll der Benutzer den Daumen benutzen, um Nachrichten als „top“ oder „flop“ zu klassifizieren und vom Bildschirm zu wischen. Die App weiß dann, wer sich für was interessiert und zeigt nur noch Nachrichten an, die der Benutzer lesen will. Für die Programmierer ist das eine ziemlich nice Sache, sogar, wenn die App niemanden interessiert, denn sie bekommen 640.000 Euro Förderung vom Bund. Auch bei der Zeitvorgabe ist der Bund großzügig: Zwei Jahre haben die Programmierer zum Entwickeln – eine Ewigkeit im digitalen Zeitalter. Ob dann überhaupt noch jemand die Wischtechnik für die heißesten Nachrichten versteht? An Tinder wird sich längst niemand mehr erinnern.
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen