: saddam vor gericht?
EU fordert Tribunal
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und die britische Bürgerinitiative Indict fordern seit Jahren, Saddam und seine Getreuen wegen Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu stellen. Neben Saddam selbst stehen auch seine Söhne Udai und Qusai sowie Ali Hassan al-Majid auf der Liste. In einem bislang einmaligen Verfahren hat das Europaparlament im vergangenen November beschlossen, die UN zur Einrichtung eines Ad-hoc-Tribunals gegen Saddams Regime aufzufordern.
Dieser Vorschlag wird von den meisten Oppositionsgruppen unterstützt, auch von Islamisten, die dem Nachbarstaat Iran nahe stehen. Seit April ermittelt Scotland Yard gegen Saddam Hussein und den stellvertretenden Premierminister wegen der Geiselnahme von britischen Staatsbürgern während des Golfkriegs. Den bislang größten Erfolg haben sechs Kurden erreicht, als die belgische Justitz Ende Juni ihre Klage gegen Saddam wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit annahm. IRO
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen