piwik no script img

rückschau

Zerreißprobe auf dem Bielefelder Grünen-Parteitag

Der Bielefelder Grünen-Parteitag am 13. Mai 1999 stellte eine innerparteiliche Zerreißprobe dar. Es war nicht abzusehen, ob es eine Mehrheit der 800 Delegierten für Außenminister Joschka Fischers Kosovo-Politik geben würde.

1. Abstimmung: 444 Delegierte stimmen für den Antrag der Parteispitze, der die Unterbrechung der Nato-Angriffe gegen Jugoslawien fordert. Die Parteilinken um Christian Ströbele, die einen kompletten Stopp verlangen, können sich nicht durchsetzen.

2. Abstimmung: Die Partei lehnt in einer Resolution die Nato-Luftangriffe nicht grundsätzlich ab. Sie legt der Bundesregierung einen 12-Punkte-Forderungskatalog vor, der unter anderem vorsieht, dass „die Nato einseitig eine Unterbrechung der Luftangriffe auf Jugoslawien erklärt“.

3. Abstimmung: Der Parteitag erklärt, trotz gewichtiger politischer Differenzen könnten die Grünen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts weiter zusammenarbeiten.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen