: "Wildwest-Entgiftung"
■ Grindelhäuser: Firma will Insektengift im Schnellverfahren beseitigen
: Firma will Insektengift im Schnellverfahren beseitigen
Einige MieterInnen des Grindelhochhauses in der Oberstraße 14 haben von ihrem Vermieter die Nachricht erhalten, daß die Firma Rentokil ihre mit dem Insektengift Pyrethroid belasteten Wohnungen noch in dieser Woche entgiften wird. Die Reinigung solle sich an den Vorschriften des Bundesgesundheitsamtes orientieren, kündigen die Schädlingsbekämpfer den Bewohnern an. Außerdem werde die ganze Prozedur nur eine Viertelstunde dauern.
„Die Firma verbreitet offenkundig Unwahrheiten. Eine solche Sanierung dauert wesentlich länger“, kommentiert dies jedoch der umweltpolitische Sprecher der GAL, Joachim Schulze-Bergmann. Er forderte den Vermieter und die Firma Rentokil gestern auf, diese „Wildwestmethoden“ sofort zu unterlassen. Das Bundesgesundheitsamt (BGA) bestätigt, daß den hartnäckigen Insektengiften nicht leicht beizukommen ist. Wie kompliziert es tatsächlich ist, die Gifte selbst von glatten Oberflächen zu entfernen, zeigen Untersuchungen des BGA. Nur durch zwei- bis dreimalige Anwendung von heißer Soda- Lösung, die einen Tag lang einwirken mußte, gelang es in den BGA- Versuchen, beispielsweise das Pyrethroid Permethrin von Metallen, Keramik und Glas herunterzubekommen. Noch schwieriger ist die Entgiftung von saugfähigen Materialien. Bei Holz, einigen Kunststoffen, Wolle, Leder, Papier und Textilien könne eine „mehrmonatige Abfolge dieser Reinigungsmaßnahmen erforderlich werden“, so das BGA. Die Entgiftung von Tapeten sei derzeit nicht möglich, deshalb sei eine Entsorgung (Sondermüll) empfehlenswert. VM
Bei dem Spendenkonto für die Pyrethroidmessungen haben wir einen falschen Vornamen angegeben. Richtig ist: Anderkonto Manfred Rosenkranz 061 577 301 bei der Deutschen Bank, Stichwort „Grindelhochhäuser“.
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