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neuim kino

Was für ein irritierender und zugleich abgehobener und nüchterner Auftakt! Wie so oft bei Martin Scorsese kommt die Kamera aus dem Nichts. Zu einer Swingmusik gleitet sie durch einen in Braun- und Beigetöne gehaltenen Aufenthaltsraum, in dem betagte Männer und Frauen in Grüppchen oder allein sitzen. Sie biegt um die Ecke, passiert eine große Jesusfigur und blickt schließlich in ein altengerechtes Zimmer. Close-up auf das Gesicht eines Mannes mit zerfurchtem Gesicht und schütterem, nach hinten gekämmtem Haar. Der alte Herr, das werden wir im weiteren Verlauf erfahren, ist Frank Sheeran (1920–2003), Vater von vier Töchtern, Auftragsmörder der Mafia, Freund und Berater des einflussreichen Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Robert de Niro spielt diesen Titelhelden zurückgenommen, in sich verschlossen, so als werde seine Figur erdrückt von dem Männerbild, das sie sich selbst aufgebürdet hat. „The Irishman“ ist eine groß angelegte, nuancierte Dekonstruktion von Männlichkeit. Eine Entmachtung auf allen Ebenen. In 7 Kinos

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen