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nachrichten aus dem irankrieg

Iranisches Geschoss in Türkei

In der Türkei ist erneut ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Es sei in den türkischen Luftraum eingedrungen, teilte das türkische Verteidigungsministerium auf X mit. Alle notwendigen Maßnahmen würden entschlossen und ohne zu zögern gegen jede Bedrohung des Staatsgebiets und des Luftraums des Landes ergriffen, hieß es. Wo genau die Rakete abgefangen wurde, sagte das Ministerium nicht. Es ist bereits der vierte Vorfall dieser Art in den vergangenen Wochen. Die Nato hatte die bisherigen Abfangaktionen bestätigt. Zuletzt war eine ballistische Rakete in den türkischen Luftraum eingedrungen und zerstört worden. Die iranische Führung dementierte bisher stets, die Türkei beschossen zu haben. Die Türkei verhält sich im Irankrieg neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Das Land verstärkte zuletzt die Flugabwehr. Im Rahmen der Nato-Maßnahmen werde ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der osttürkischen Provinz Malatya für den Einsatz vorbereitet. (dpa)

Feuer in israelischer Ölraffinerie

In Israels bedeutendster Ölraffinerie ist am Montag ein Großbrand ausgebrochen, der laut Feuerwehr von herabgestürzten Trümmern nach der Abwehr eines Luftangriffs ausgelöst wurde. In der Anlage seien „Trümmer nach einem Abwehreinsatz“ identifiziert worden, teilte die israelische Feuerwehr mit. Die Brandbekämpfung ging demnach am Nachmittag weiter, verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Auf von israelischen Fernsehsendern verbreiteten Aufnahmen war zu sehen, wie dichter schwarzer Rauch von dem Gelände in der nordisraelischen Stadt Haifa aufstieg. Ein von afp erlangtes Video zeigte eine dichte Rauchwolke über der Raffinerie. Die Feuerwehr äußerte sich nicht dazu, von wo aus der nach ihren Angaben abgewehrte Luftangriff geführt worden war. Die Ölraffinerie in Israels drittgrößter Stadt Haifa liegt innerhalb eines Industriegebiets. Laut Berichten war die Raffinerie bereits am 19. März getroffen worden. (afp)

Zuspruch für Pakistan

China stärkt Pakistan im Bemühen, im Irankrieg zwischen Washington und Teheran zu vermitteln, den Rücken. „Wir schätzen Pakistans Bemühungen zur Deeskalation der Lage und unterstützen Pakistan in seiner weiteren Vermittlerrolle“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Montag in Peking. Auch die EU hat sich hinter Pakistans Friedensbemühungen gestellt. EU-Ratspräsident Antonio Costa habe in einem Telefonat mit Premierminister Shehbaz Sharif seine Unterstützung für die diplomatische Initiative bekundet, teilte dessen Büro in Islamabad am Montag mit. Sharif habe Costa über den Stand der Initiative unterrichtet. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hatte am Sonntag baldige Gespräche zwischen dem Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt. Pakistan hatte sich auch als Gastgeber angeboten. Aus Teheran und Washington lagen noch keine Stellungnahmen vor. Zudem blieb offen, ob es sich um ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln sollte. (ap)

Wird Vance Chefverhandler?

Mit Äußerungen im Irankrieg hat er sich bisher zurückgehalten: J. D. Vance, der US-Vizepräsident. Nun hat ihn sein Chef Donald Trump wohl zum wichtigsten Verhandler bestimmt, um eine möglichst schnelle Lösung des Krieges zu finden. Zum Einsatz soll Vance kommen, wenn Gespräche unter Vermittlung Pakistans tatsächlich ernsthaft voranschreiten. Der Vizepräsident ist insofern eine interessante Personalie, da er das schaffen könnte, was kaum einem derzeit möglich ist: Zum einen das rechte MAGA-Lager um Trump zu besänftigen und zum anderen von Teheran als Vermittler überhaupt ernst genommen zu werden. Bei den Verhandlungen vor Kriegsbeginn saßen Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit am Tisch. Die Verhandlungen scheiterten bekanntlich. (tat)

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