momentaufnahmen: Wenn die Erste Hilfe arg unbeholfen ist
Sehnsüchtig reden die Mitbewohner*innen über Klettersteig-Touren. Mir wird schon von den Videos schwindlig, in denen strahlende Kletterer sich über in den Fels geschlagene Eisenstufen an Abhängen entlanghangeln. In die Sächsische Schweiz komme ich trotzdem mit. Und während die anderen Helme aufsetzen und Karabiner in die Sicherungshaken klicken, um über die Häntzschelstiege an den Affensteinen aufzusteigen, wandere ich unten um die Felsen herum.
Durch die „Wilde Hölle“ gehe ich ihnen wieder entgegen. Als der Weg auch hier nur noch über Eisenhaken weiterführt, setze ich mich in den Schatten und hole mein Buch heraus. Da sprechen mich drei Männer an: „Deinen Freunden geht’s gut, wir haben beim Verarzten geholfen, wir hatten Pflaster dabei“, sagen sie. Wohl um mich zu beruhigen. Nervös schreibe ich den Mitbewohner*innen.
Affensteine
460 Meter.
Die langgestreckte, stark zerklüftete Felsgruppe des Elbsandsteingebirges östlich von Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz ist beliebtes Kletter- und Wandergebiet.
Die Steige und Stiegen haben sie gut geschafft. Doch einer ist tatsächlich verletzt: Gestolpert über einen Ast an der flachsten Stelle, ein Begleiter sprang zur Hilfe und rammte ihm dabei den Bügel der Sonnenbrille ins Gesicht. Zum Glück traf er nicht ins Auge, sondern nur dicht daneben. Uta Schleiermacher
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