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momentaufnahmenWenn man auf Reisen plötzlich Heimat findet

Kürzlich war ich erstmals in Regensburg, eine Freundin hatte das als besonders schöne Stadt empfohlen. Ich war nicht ganz so begeistert – ja, schön war's schon, aber von der Atmosphäre her doch auch ganz schön eng und konservativ. Ich tu mich etwas schwer mit Bayern, das für mich immer ein bisschen zu sehr mit Volksmusik, zu viel Schweinefleisch und sonstigem Heimatgedöns verbunden war (siehe Seite 47).

Erst ein kluger bayerischer Freund hat das Eis ein bisschen gebrochen, weshalb ich gern bereit war, in Regensburg ins Museum der Bayerischen Geschichte zu gehen. Da war es wirklich schön, mein syrischer Freund konnte eine opulente bayerische Königskrone aufsetzen, die ihm erstaunlich gut stand. Und ich konnte an einer digitalen Station ausprobieren, welche Herkunft mein Dialekt verrät.

Regensburg151.389 Ein­-woh­ner:innen, die Stadt hat römische Wurzeln, die Altstadt mit ihren historischen Baudenkmälern gehört seit 2006 zum Unesco-Welterbe­.

Das war ein Hammer: Denn es kam dabei Wildeshausen heraus. Aus dem kleinen Ort in der Nähe von Oldenburg stammt meine Großmutter, meine Mutter hat ihre Kindheit im Krieg dort verbracht. Ja Jesusmariaundjosef, wie meine andere Oma – die aus Schlesien – gesagt hätte: Diese Bayern, die haben es wirklich drauf. Alke Wierth

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