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momentaufnahmenWenn eine Zeitung für Freude sorgt

Regelmäßig gekauft oder gar abonniert hat einer meiner Hamburger Freunde, nennen wir ihn Heiko, die taz zwar nie. Aber besondere Ausgaben wollte er doch gern persönlich besitzen, so ganz klassisch auf Papier. Dazu gehörte natürlich auch die letzte gedruckte werktägliche taz.

Im Kiosk des Vertrauens nahe der belebten Osterstraße im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel liegen noch genau zwei Exemplare dieser Freitagsausgabe.

„Das ist ja nun die letzte“, sagt Heiko beim Bezahlen zum Kioskverkäufer. Der – dem Alter und Aussehen nach ein Vertreter der Gen Z und damit mutmaßlich wenig an gedruckten Zeitungen interessiert – schaut erstaunt. Mitbekommen hatte er von der Seitenwende der taz offenbar nichts, aber als professioneller Dienstleiter geht er auf den Kunden ein und sagt mitfühlend: „Ach, das ist ja blöd. Das ist ’ne gute Zeitung, oder?“

Das konnte Heiko bestätigen. Und den Mann beruhigen: „Die Zeitung gibt es immerhin online weiter. Und am Wochenende schon auch noch gedruckt.“ Worauf der Kiosk-Mann begeistert lächelt: „Na, dann ist ja gut!“

Hamburg-­Eimsbüttel

57.800 Ein­wohner*innen.

Der dicht besiedelte Stadtteil mit seinen Gründerzeit­bauten ist innenstadtnah, vergleichsweise grün und beliebt. Bekannt gemacht hat ihn auch die Eimsbütteler HipHop-Szene mit Größen wie die Beginner und Samy Deluxe.

Esther Geißlinger

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