mit börsenallianzen auf du und du: Auf dem Weg zur Weltbörse
Erst Europa und dann noch mehr
„Globales Flair“ strahle der Zusammenschluss der Börsen in London und in Frankfurt am Main aus, hieß es gestern auf der Fusionspressekonferenz in London immer wieder; wenigstens aber „paneuropäisches“. Und alle Beteiligten wurden nicht müde zu betonen, dass sich die Fusion nicht gegen die anderen Börsenplätze in Europa richte. Das große erste Ziel also: die Eurobörse. Mit den Börsen in Madrid und in Mailand konferieren die Macher der neuen binationalen Börsengesellschaft „iX“ schon über eine Einbindung vor allem in den gemeinsamen Markt für Wachstumswerte im Segment Hochtechnologie.
Andere Börsenplätze in Europa werden der „Einladung“ zur Zusammenarbeit folgen – ja folgen müssen. Denn die Bedeutung von „iX“ wird wachsen. Über den europäischen Börsenverbund Euronext, in dem sich die Börsen von Paris, Amsterdam und Brüssel locker organisiert haben, seien bereits Gespräche über mögliche zukünftige Allianzen aufgenommen worden, sagte ein Sprecher der London Stock Exchange (LSE). Doch es scheint auch ohne die schon einmal angedachte, dann aber wieder verworfene Fusion aller acht bedeutenden Börsen in Europa voranzugehen, wenigstens auf dem Neuen Markt. Ein neues, noch namenloses Gemeinschaftsunternehmen der fusionierten Börsen („iX“) und dem Nasdaq (USA) führt den britischen Techmark und den deutschen Neuen Markt zusammen. In Europa entsteht so erstmals tatsächlich ein internationaler Aktienmarkt für Firmen aus den Wachstumsbranchen und für Anleger weltweit. In Europa könnten 80 Prozent aller Handelsaktivitäten bei den Wachstumswerten abgedeckt werden. Bis Ende 2000 werde auch der Nasdaq Japan mit eingebunden sein, prognostizierte Nasdaq-Europe-Chef Frank Zarb.
Von den Kartellbehörden fürchten die Partner keine Widerstände. Und von der britischen Regierung erwarten sie nach der deutsch-britischen Börsenfusion ein Zeichen: die Einführung des Euro auch auf der Insel. kpk
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