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meinungsstark

Linke Deutungshoheit

„Das Ganze ist wieder das Unwahre“,

wochentaz vom 12.–18. 9. 26

Langer, intellektuell hochstehender Artikel über die Malaise mit der AfD und das gegenwärtige Momentum für die Rechten. Ich lese zu wenig konservative Publikationen wie FAZ und Welt, um die Adorno’sche Aussage „Das Ganze ist das Unwahre“ auf die aktuellen politischen Geschehnisse kolportieren zu können. Es scheint mir jedenfalls so, als dass die „Linke“ ihre Deutungshoheit in den deutschen Medien langsam verliert.

Auf jeden Fall ist dieser Essay ein gelungenes Beispiel, diese Deutungshoheit zu halten. Albert Reinhardt, Lakene/Värmland

Wahre Werte

„Brauche ich das?“, wochentaz vom 12.–18. 9. 26

Mit der Figur des Erich aus Tirol kann ich mich total identifizieren. Schon lange hinterfrage ich mein eigenes Konsumverhalten und frage mich ebenfalls, was es wirklich braucht. Einkaufen ist zum notwendigen Übel geworden, und bestellt wird nur, wenn dringend nötig, bei heimischen Anbietern. Wie ich, wenig Geld zur Verfügung zu haben, muss also nicht immer ein Makel sein.

Wir sollten die Sinnhaftigkeit des ausufernden Turbokapitalismus viel öfter hinterfragen. Aufwachsen tun wir unter der Prämisse: Lerne was „Vernünftiges“, was dir viel Geld beschert, damit du schön brav konsumierst und so der kapitalistische Musterbürger wirst. Das habe ich schon früh hinterfragt.

Heute kennen wir von allen Dingen den Preis, leider aber viel zu selten nur noch den wahren Wert! Das ist schade bis bedenklich.Ulrich Herzau, Berlin

Kante zeigen

„Gehen? Digga, ist das euer Ernst?“, wochentaz vom 5.–11. 9. 26

Ausnahmsweise hatte ich „Jenseits der Brandmauer“ schon in der Mache, als das Interview erschien. Das liegt wohl vor allem daran, dass ich seit fünf Jahren ausgerechnet in Monchis „54-Prozent-Landstrich“ meine August-Auszeit nehme. Und das immer wieder gern, der Landschaft, der Weite und der Abgelegenheit wegen. Die Hoschis, zu denen Monchi eher nicht gehören möchte, verlaufen sich für den Außenstehenden dort einigermaßen.

Dass das Interview so weit hinten in der wochentaz und unter „Kultur“ erscheint, finde ich schade. Buch und Interview sind ja hochpolitisch. Und Jan Gorkow hat ja durchaus einen Punkt, wenn er vor Ort, daheim, in der Peripherie Demokratiearbeit macht, tut, realisiert, ohne das groß so zu nennen. Der Punk, der er auch sprachlich immer noch ist, zeigt Kante und integriert auf subtile Weise. Ich weiß, dass es solche Typen vielerorts gibt. Und braucht. Bräuchte. Gebraucht hätte. „Die Städte vom Land aus erobern“.

Gut, dass Monchi sich einmal die Zeit genommen hat, das Basale zu Papier zu bringen. Hätte eigentlich eine Seite drei verdient, finde ich. Werner Schottenloher, Bremen

Kurzer Bogen

„Muss Merz weg?“, wochentaz vom 12.–18. 9. 26

Die Gedankenspiele um die Zukunft der CDU spannen einen zu kurzen Bogen. Schließlich benötigt die Partei in erster Linie eine bessere Fehlerkultur.

Man darf sich wirklich nicht wundern, wenn man der Bevölkerung unterschwellig unterstellt, nicht genügend zu leisten, dass gerade die Arbeitnehmerschaft einem den Rücken kehrt und sich lieber den politischen Rändern zuwendet. ­Deshalb hilft den Christdemokraten nur ein programmatisches Update aus der Misere. Zumal eine verbesserte Wett­bewerbsfähigkeit in einer Zeit eines rasanten technologischen Wandels und Angesichts der Tatsache, dass in den nächsten Jahren Millionen an Beschäftigten aus der Baby­boomer-­Generation in den Ruhestand gehen vor allem eine Bildungsoffensive erfordern würde Dazu hört man aus den Partei­gremien aber so gut wie gar nichts! Rasmus Ph. Helt, Hamburg

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