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meinungsstark

Unterschiedliche Gewerkschaften

„Hier spricht die Polizei“,

wochentaz vom 6. 6. 26

Die „Datenrecherche“ von M. Amjahid und N. Widmann ist leider eine sehr oberflächliche Darstellung der Gewerkschaftsszene in der Polizei Deutschlands. Es fehlt im Text komplett die inhaltliche Differenzierung, die aber entscheidend ist, um die Arbeit der Gewerkschaften beurteilen zu können.

1. Die GdP ist die deutlich größere Gewerkschaft mit ca. 200.000 Mitgliedern. In der DPolG sind ca. 100.000 Polizeibeschäftigte organisiert. Daneben gibt es noch den BdK, der vor allem die Interessen der Kripo im Blick hat.

2. Die GdP und der BdK stehen programmatisch und mit ­ihrer Arbeit deutlich auf dem Boden des Grundgesetzes und betätigen sich klassisch als Interessenvertretung der Mitarbeitenden in der Polizei. Die DPolG steht stramm rechts außen, spielt mit der Nähe zur AfD, delegitimiert demokratische In­sti­tutionen.

3. Herr Ostermann ist nicht Vorsitzender der DPolG, sondern als Nachfolger von Herrn Wendt Vorsitzender eines Vereins innerhalb der DPolG, der nur im Bereich der Bundespolizei tätig ist. Deshalb DPolG/BPol. Die DPolG erreicht bei Wahlen ca. ein Drittel der Stimmen. Bei ca. 45.000 Polizeibeschäftigten in der Bundespolizei spricht Herr O. also für ca. 15.000 Mitarbeitende. Bei insgesamt bundesweit ca. 340.000 Beschäftigten bei der Polizei in Bund und Ländern sind das gerade mal ca. 5 Prozent, die Herr O repräsentiert.

4. Besonders Herr O. sucht die Nähe zur radikalen Rechten, war Mitglied der Werteunion und kennt nur ein Thema: den Kampf gegen den Islamismus und gegen alles, was „links“ ist.

Alle, die an einer demokratisch gesinnten Polizei interessiert sind, sollten sich um eine differenzierte Sichtweise der gewerkschaftlichen Szene bemühen.

Dietrich Bredt-Dehnen

Pflegereform: Nackte Wut

„Du bist mir lieb – und viel zu teuer“,

wochentaz vom 13. 6. 26

Mich packt die nackte Wut: Der Staat zeigt sich hilflos bei der Aufgabe, die etwa 128 Milliarden verbrecherisch erlangten Euro, hinterzogene Steuern aus Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäften, einzuziehen. Die Lösung Frau Warkens und ihrer Beraterteams sei unter anderem, die Rentenbeiträge des Staats für pflegende Angehörige zu kürzen! Wundert sich in dieser Regierung (und denen davor) noch jemand über den Zulauf zu Parteien, die sich als Retter der „kleinen Leute“ aufspielen? Bedaure, ich nicht!

Peter Lehan, Erding

Drei Seiten zu Luxusrestaurant?

„Sternerestaurant Nobelhart & Schmutzig: Alles in Butter?“,

wochentaz vom 20. 6. 26

Manchmal mag ich euch, manchmal liebe ich euch regelrecht, weil ihr Themen ansprecht, die ich sonst in keiner Zeitung mit dieser deutlichen Haltung finde. Aber manchmal verzweifele ich wirklich an euch, so an der letzten wochentaz. Ist es wirklich drei Seiten wert, über ein Luxusrestaurant zu schreiben? Ja, sehr nett, dass die da manches anders und besser machen. Und sehr schade, dass nun nicht mehr so viele Touristen kommen und die Luxusrestaurants füllen. Leider, leider gehöre ich zu den Menschen, die sich einen Restaurantabend für 200 Euro nicht leisten können.

Und dann auch die Leserbriefe. Wer wählt die denn eigentlich aus? Zwei Briefe von der Sorte: Ich bin ja so wahnsinnig umweltbewusst, aber einschränken möchte ich mich nun auch nicht! Da nimmt mir doch wirklich jemand meinen Parkplatz weg und macht da Fahrradstellplätze draus. Das ist ja so furchtbar. Und: Ich wollte doch endlich mal umweltbewusst mit der Bahn verreisen, und da haben die gar nicht daran gedacht, dass ich doch nicht so wendig bin, aber zwei große Koffer muss ich unbedingt mitnehmen.

Ich bin 76 Jahre alt, fahre nur mit dem Fahrrad oder den ­Öffis, und wenn ich irgendwo hinwill, habe ich mir dann das Geld für ein Taxi zusammengespart.

G. Gerhard

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