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meinungsstark

Moralische Dehnbarkeit

„Jens Spahn und Peter Thiel: In antidemokratischen ­Kreisen“, taz vom 19. 6. 26

Die moralische Dehnbarkeit von Jens Spahn erreicht ein neues, erschreckendes Niveau. Dass der Mann, der uns als Gesundheitsminister die millionenschwere und dubiose Maskenaffäre bescherte, jahrelang klammheimlich an den exklusiven „Dialog“-Treffen des rechtsradikalen Tech-Milliardärs Peter Thiel teilnahm, fügt sich nahtlos in sein verstörendes Gesamtbild.

Thiels offene Verachtung für Freiheit und Demokratie ist hinlänglich bekannt. Wenn ein Spitzenpolitiker der CDU bei Netzwerken verkehrt, die über „Sektenbau“ und das „Meistern des Dritten Weltkriegs“ philosophieren, ist das kein harmloser Austausch, sondern ein kalkulierter Flirt mit dem autoritären Systemsturz.

Ob überteuerte Maskendeals mit üblem Beigeschmack oder die kumpelhafte Nähe zu transatlantischen Antidemokraten: Spahn zeigt eine erschreckende moralische Instinktlosigkeit. Wer so ungeniert im trüben Sumpf der neoreaktionären Elite fischt, hat im deutschen Bundestag nichts mehr zu suchen. „amigo“ auf taz.de

Kein spaßiges Sommerwetter

„Fotos zu Hitzewelle“, taz der letzten Tage

Mehrere Artikel über die Hitzewelle wurden mit Bildern von fröhlich im Wasser planschenden Leuten illustriert.

Wenigstens die taz könnte das Bewusstsein haben, das verharmlosende Narrativ vom „spaßigen Sommerwetter“ nicht mehr zu verbreiten und auch durch die Bebilderung klar zu zeigen, wie gefährlich die Hitze ist und wie Menschen unter der Hitze leiden. Es gibt genug: schwitzende Arbeiter, kollabierte Menschen auf der Straße oder überlastete Notaufnahmen. Stephan Matthiesen, Nürnberg

Verschlankungstrick mit Kulturpudding

„Umzug des Fischer Verlages: Ist es mit der Literatur doch noch nicht vorbei?“, taz vom 17. 6. 26

Der Fischerverlag zieht nach Berlin und alle reden von den „Chancen“, leider vermisse ich auch in meiner taz, dass da viele Mitarbeiter betroffen sind, zum Beispiel Umzug von Familien. Der vermeintliche kreative Nutzen des Umzugs ist am Ende nur ein Verschlankungstrick mit Kulturpudding verbrämt, oder? Thomas Goepel, Königstein

Baden in der Spree

„Hitze-Alarm in Deutschland: 38 Grad“, taz vom 19. 6. 26

Ich finde es ziemlich unverantwortlich von der taz zu schrei­ben „Berlin springt in den Fluss“ ohne die Warnung des Landesamtes für Gesundheit zu erwähnen, das eindringlich vor gesundheitlichen Gefahren im Spreekanal warnt. Solche angeblich neutralen Pressemitteilungen, nicht nur von der taz, haben bewirkt, dass dem Verein nutzlose 8 Millionen Fördergelder gezahlt worden sind.

Haben Sie als Redaktion nicht die Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt zu diesem rechtswidrigen Verhalten, der Schwimm-Demo, gelesen? Der Verein Flussbad wird zum 20. jeden Monats dazu aufrufen, und Sie werden das wohl nach Kenntnisnahme der Warnungen hoffentlich nicht weiter so wohlwollend unterstützen? Heide Ellerbrock, Berlin

Minijobs erhalten

„Minijobs gehören abgeschafft“, taz vom 22. 6. 26

Vorschlag: Minijobs bleiben erhalten, da sie für einige Bevölkerungsgruppen notwendig sind.

Als Ausgleich bezahlen die Arbeitgeber, die stark davon profitieren, die Rentenbeiträge alleine. Zum Beispiel Lieferdienstkonzerne wie Amazon, Wolt, Lieferando etc. Hartmut Krollmann, Düsseldorf

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